Der Saarländische Philologenverband (SPhV) sieht die aktuelle Diskussion über die LSMS als unerhörten Vorgang an. „Wir Lehrkräfte engagieren uns mit Nachdruck für die Demokratiebildung. Wir bringen unseren Schülern bei, dass Demokratie mehr braucht als nur Verfahren, nämlich Wahrheit, Aufrichtigkeit und Vertrauen. Das muss auch der Maßstab für die gelebte schulische Demokratie sein“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV.

Auch nach den jüngsten Korrekturen durch das Ministerium sieht der SPhV die zentralen Fragen längst nicht geklärt. Deshalb fordert
er vor der weiteren Beratung in den Schulen eine umfassende und wahrheitsgemäße Aufklärung der Schulen über die Folgen einer Entscheidung in der Frage über den LSMS-Beitritt.

„Bisher konnte das Ministerium immer noch keine Klarheit darüber schaffen, was genau geschieht, wenn eine Schule der LSMS nicht beitritt. Damit fehlt den Schulen nach wie vor eine valide Grundlage für ihre Konferenzbeschlüsse“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV.

Bis dato waren die Schulen davon ausgegangen, dass beim Verzicht auf die LSMS automatisch sowohl Tablets als auch Schulbücher entzogen werden. Nach den jüngsten Darstellungen gilt das nur für die für die Zukunft geplante Ausstattung auf dem Weg der LSMS.

„Das Pistole-Auf-Die-Brust – Szenario“, das noch bis Ende letzter Woche aufgebaut wurde, ist offensichtlich vom Tisch. Wie genau aber die Alternativen wirklich aussehen, wurde bislang weiterhin noch nicht formuliert“, bemängelt Marcus Hahn.

Nach Lage der Dinge müssten im Fall des Nicht-Beitritts nämlich vermutlich nach wie vor die Schulträger ihre Verpflichtungen erfüllen, sowohl was die Geräte als auch was die Schulbücher angeht, denn hierzu sind sie aufgrund ihrer Rechtsstellung und aufgrund der Leihverträge mit den Eltern nach wie vor verpflichtet. Dem wird auch in der ministeriellen Klarstellung nicht widersprochen.

Dringend erforderlich ist aufgrund der weiterhin bestehenden Unklarheiten aus Sicht des SPhV ein Moratorium. Da die bislang versuchten Entscheidungen an den Schulen ohne vollständige Kenntnis ihrer Auswirkungen getroffen wurden, ist ihre Bestandskraft schon rein rechtlich fragwürdig. Der einzig richtige Weg ist, die bisherigen Entscheidungsprozesse als Zwischenstand anzusehen und erst einmal weitere Diskussionen für einen Zeitraum bis mindestens Ende Mai auszusetzen.

Zweitens fordert der SPhV die vollständige und wahrheitsgemäße Information der Schulen und aller Beteiligten über die Alternativen und die Folgen ihrer Entscheidung.

Erst danach dürfen dann drittens sach- und schülergerechte Entscheidungen initiiert werden, die auch den notwendigen sonstigen Voraussetzungen wie z.B. rechtskonformen Medienkonzepte beruhen.

Ein Zeitdruck besteht in dieser Sache für die Schulen nicht, da bis dato die Schulträger ihre Beratungen über einen möglichen LSMS-Beitritt ebenfalls noch nicht abgeschlossen haben. Aktuell hängen die Beratungen in den Schulen insoweit ohnehin quasi „in der Luft“.