Saarländischer Philologenverband

... DIE Interessenvertretung der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien

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Zurück in die Zukunft?

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Kommentar Gymnasium Saar 06/2009, Klaus Lessel, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der saarländischen Schullandschaft wird es merklich kälter. Wenn in einem Interview der Saarbrücker Zeitung vom 3. Dezember 2009 der neue saarländische GEW-Landesvorsitzende in Bezug auf den Amoklauf von Winnenden sagt: „Beim Amoklauf fühlt sich der Täter zuvor oft ausgegrenzt und als Verlierer. Der Leistungsdruck im achtjährigen Gymnasium scheint mir leider ein Nährboden zu sein.“, muss man die Frage stellen, warum und woher dieser Hass der Schulform Gymnasium entgegenschlägt, obwohl sich keinerlei Verbindung herstellen lässt. Abgesehen davon, dass die furchtbare Tat von Winnenden nicht an einem Gymnasium verübt wurde, ist es unerträglich, wie kaltschnäuzig hier eine Schulform attackiert wird und die in ihr Beschäftigten desavouiert werden.

Bisher gab es in der saarländischen Bildungslandschaft eine relativ gute Streitkultur. Leider ist aus einer Schulstrukturdebatte ein regelrechter Schulstrukturkampf geworden, der die Basis einer sachlichen Auseinandersetzung zerstört. Man fühlt sich in die Diskussion der 1970er Jahre zurückversetzt, bei der das Gymnasium schon einmal im Brennpunkt stand. Aus dieser Diskussion ist das Gymnasium gestärkt hervorgegangen. Diesmal versuchen seine Gegner mit allen Mitteln, die ihnen verhasste Schulform endlich zu zerschlagen. Auch diesmal wird es ihnen hoffentlich nicht gelingen, denn die Landeselternvertretung der Gymnasien (LEV) hat wie der SPhV und andere Verbände auch in einer Presseerklärung die Einführung von G7 und damit eine Verstümmelung des grundständigen Gymnasiums strikt abgelehnt. Die Elternvertretung sieht es als eine Verschleuderung von Energie und finanziellen Mitteln an, eine neue Schulstruktur zu schaffen, ohne dass ein vergleichbarer Nutzen zu erwarten ist.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das nächste Jahr wird die Entscheidung bringen, ob Schulen und Eltern für die Zukunft verlässlich planen können oder ob sich nach jeder Landtagswahl auch gleichzeitig die Bildungspolitik im Saarland ändert. Mit einer Verfassungsänderung wäre dieser Prozess unweigerlich eingeleitet.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien trotzdem ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und uns allen ein gutes neues Jahr, in dem Vernunft, Augenmaß und faires Miteinander das Handeln in der Bildungspolitik bestimmen.

Ihr Klaus Lessel

 

Neuigkeiten

Pressemitteilung 13.08.10

der Landeselterninitiative für Bildung e.V., der Landeselternvertretungen der Grundschulen, Erweiterten Realschulen und Gymnasien sowie der Gesamtlandesschülervertretung

Gemeinsamer Appell von Eltern und Schülern „Für gelingende Schulen! Kein 5. Grundschuljahr!“ – Unterschriftenaktion gestartet

Download:
Medienmitteilung
Begleitschreiben
Unterschriftenliste


 

DPhV Pressemitteilung 19.07.10

Hamburger Volksentscheid:

Phantastischer Erfolg der Elterninitiative mit bundesweiter Signalwirkung
Meidinger regt deutschlandweites zehnjähriges Moratorium gegen weitere Struktureingriffe an! [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 12.07.10

Zerstörerischer Kulturkampf gegen das Gymnasium

Einen zerstörerischen Kulturkampf gegen das Gymnasium hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, der Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch, dem Saarländischen Bildungsminister Klaus Kessler und Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen vorgeworfen. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 23.06.10

Philologenverband erfreut über sehr hohe Leistungen in den Gymnasien vieler Bundesländer

Meidinger: Bundesländer mit hoher Kontinuität in der Bildungspolitik stehen ganz vorne! [mehr]


 

Landeselternvertretung 10.05.10

LEV Gymnasien fordert mehr Lehrer für alle Schulformen; bessere Förderung nur mit ausreichender Personalisierung möglich [mehr]


 

ZDF.reporter unterwegs 06.05.10

Gesamtschulen führen nicht zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Contra gemeinsame Schule: Heinz-Peter Meidinger: (...) In Brandenburg, dem einzigen Bundesland mit verpflichtender längerer Grundschulzeit für alle, hat sich die Chance eines Arbeiterkindes, das Gymnasium zu besuchen, von 2000 bis 2006 rapide verschlechtert, auch bei der Leistungsskala steht das Land schlecht da. (...)
Der Hinweis auf Finnlands erfolgreiches Gemeinschaftsschulsystem ist unvollständig, wenn nicht auch darauf hingewiesen wird, dass die zehn PISA-Schlusslichter alle Gemeinschaftsschulsysteme haben, dass alle anderen hochgerühmten skandinavischen Länder bei PISA hinter Deutschland rangieren und dass finnische Schüler 30 Prozent der Unterrichtszeit in spezifischen Kleingruppen außerhalb des Klassenunterrichts von zusätzlichen Lehrern beschult werden. (...) [mehr]


 

VOS Pressemitteilung 27.04.10

Zum angeblichen Lehrerüberhang an saarländischen Gymnasien

Im Haushaltsentwurf 2010 des Bildungsministeriums ist vorgesehen, dass 42 Lehrerstellen der Gymnasien und 33 Lehrerstellen der Erweiterten Realschulen gestrichen werden und genau diese 75 Lehrerstellen den Gesamtschulen zugutekommen sollen.
(...) Worin liegt der grundlegende Fehler in der Begründung des Ministers? Er geht davon aus, dass bisher der Bedarf an Lehrerstunden am Gymnasium vollständig gedeckt ist. Das ist grob falsch. (...) [mehr]


 

VOS Pressemitteilung 22.04.10

Ist die Zerschlagung des Gymnasiums im Saarland noch aufzuhalten?

Bildungsminister Kessler bestraft die Schulwahl der Eltern

(...) Wie jetzt bekannt geworden ist, hat Bildungsminister Kessler beantragt, den Gymnasien 42 Lehrerstellen wegzunehmen, den Erweiterten Realschulen 33 Lehrerstellen. Wozu diese Wegnahme, wo doch die Anmeldezahlen am Gymnasium gestiegen, die an der Erweiterten Realschule in etwa gleich geblieben sind? [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 08.02.10

Meidinger: Brandenburg ist in Sachen Bildungsgerechtigkeit das "schwarze Schaf" in Deutschland

Gegen die immer wieder von Bildungspolitikern und auch in einigen Medien wiederholte Behauptung, die PISA-Daten unterstützten eine Verlängerung der Grundschuldauer, hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, in Berlin anhand aktueller PISA-Vergleichsuntersuchungen gewandt. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 12.10.09

Philologenverband warnt Saar-CDU vor "bildungs­poli­ti­schem Sün­den­fall"

Nach dem Votum der Grü­nen im Saar­land für eine Ja­mai­ka-Koa­li­ti­on und nach den Mel­dungen über die bis­heri­gen Son­dierungs­gesprä­che zwi­schen CDU und Grü­nen hat der DPhV-Bundes­vor­sitzende, Heinz-Peter Meidinger, die Union davor ge­warnt, "im künf­tigen Ko­ali­tions­vertrag ihre schul­poli­ti­schen Grund­sätze über Bord zu wer­fen und ihre bildungs­politische Seele an die Grü­nen zu ver­kau­fen." [mehr]


 

Deutscher Altphilologenverband 03.11.09

Entwurf des Koalitionsvertrags sieht Abbau von Bildungsbereichen vor

Das auf die Ressource Bildung stark angewiesene Bundesland an der Saar schwebt in der Gefahr, durch ein Zurückweichen von CDU und FDP vor den Grünen auf diesem Gebiet bundesweit den Anschluss zu verlieren. Der Deutsche Altphilologenverband (DAV) warnt vor Abbau von Bildungschancen. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 04.05.09

Sechsjährige Grundschule ist kein Erfolgsmodell!

Flucht der Eltern vor der sechs­jährigen Grund­schule in Berlin hat objektive Gründe: Weniger Bildungs­gerechtig­keit und geringere Leistungen bei längerer Grund­schulzeit. [mehr]