Pressemitteilung vom 26. März 2010
Philologenverband fordert die Einberufung eines Bildungskonvents
„Die schulpolitische Debatte im Saarland ist völlig verfahren“, resümierte Dr. Marcus Hahn, der bildungspolitische Sprecher des Saarländischen Philologenverbands, den Verlauf einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Bildungspolitik in Saarbrücken. Völlig offen blieb auch die Verfassungsfrage. Einzig die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Gisela Rink, wollte sich auf eine Bestandsgarantie für das Gymnasium im Verfassungstext festlegen.
„Richtig klar geworden ist nur, dass – außer vielleicht dem Staatssekretär im Bildungsministerium – keiner der Beteiligten die Einführung eines fünften Grundschuljahrs befürwortet.“ Eigene Konzepte für die zukünftige Schullandschaft im Saarland konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings auch keine der im Podium vertretenen Parteien vorlegen. Dies rief große Enttäuschung bei den Eltern, Schülern und Lehrern im Publikum hervor. Mehrfach appellierten Diskussionsteilnehmer an die Verantwortung der Politik und warnten vor „übereilten“ und praktisch kaum durchführbaren Reformvorhaben.
„Jetzt muss es darum gehen, den Weg der Vernunft zu beschreiten. Das kann nur heißen: Einberufung eines Bildungskonvents, in dem neben der Politik alle Beteiligten, also Eltern, Lehrer und Schüler gemeinsam an einer Lösung für die Grundprobleme der saarländischen Bildungslandschaft arbeiten“, so Marcus Hahn.
Einer Politik nach dem Hauruck-Verfahren erteilt der Saarländische Philologenverband dagegen eine klare Absage. Zur Zeit könne niemand genau sagen, welche Maßnahmen die besten sind, um die drängenden Fragen wie Personal- und Sachausstattung der Schulen, Qualität der Abschlüsse und Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit zu lösen. Daher müssen Reformen auf einem möglichst breiten Konsens aller Beteiligten beruhen und dürfen erst nach sorgfältiger Überprüfung angegangen werden.
Ein paritätisch besetzter Bildungskonvent, der ein Konzept für die zukünftige Bildungslandschaft im Saarland erarbeitet, könnte genau diese Arbeit leisten. Eine überhastete Entscheidung in der Strukturfrage stellt dagegen nichts weiter als ein unverantwortliches Experiment auf dem Rücken der Schüler dar.
„Die weiter wachsende Akzeptanz des grundständigen Gymnasiums bei Eltern und Schülern zeigt jedenfalls, dass die Einheitsschule eindeutig der falsche Weg ist“, so Marcus Hahn. Angesichts der wachsenden Probleme im Bereich der äußeren Rahmenbedingungen schulischen Lernens muss sich das Bildungssystem aber neuen Herausforderungen stellen. Dazu gehört – neben der Sicherung der Qualität der Bildung - auch, noch mehr Verantwortung für Schüler aus bildungsfernen Haushalten zu übernehmen und auf die veränderte Lebenssituation in vielen Familien Rücksicht zu nehmen. Hier ist das know-how aller Schulformen gefragt, die auch eigene Schulkulturen entwickelt haben und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft unseres Landes leisten.





