Saarländischer Philologenverband

... DIE Interessenvertretung der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien

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Start Presse Stellungnahmen Stellungnahme des SPhV zur Verordnung -Schulordnung- über die Stundentafel des Gymnasiums (Klassenstufe 5-10)

Stellungnahme des SPhV zur Verordnung -Schulordnung- über die Stundentafel des Gymnasiums (Klassenstufe 5-10)

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Vorbemerkung

Angesichts der für die nächste Zeit bereits über die Presse angekündigten Veränderungen im saarländischen Schulsystem, besonders was die laut Berichterstattung zu erwartenden Reformvorhaben für die Klassenstufe 5 der weiterführenden Schulen angeht, hält der Verband eine kurzfristige Veränderung der Stundentafel für das Gymnasium für wenig zweckmäßig. Eine überstürzte Veränderung, der nach Planungen des Ministeriums angeblich alsbald einige weitere, noch viel grundlegendere Reformen folgen sollen, schafft Unruhe an den Schulen, verwirrt die Schüler, Eltern und Lehrer und verursacht angesichts der herrschenden Mittelknappheit untragbar hohe Kosten. Nicht zuletzt behindert ein solches Vorgehen eine zukunftsorientierte Personaleinsatz- und Einstellungspolitik, was angesichts der bereits jetzt äußerst unglücklichen Personalsituation nicht akzeptabel ist.
Der Saarländische Philologenverband empfiehlt daher die Rücknahme des Verordnungsentwurfs und den Aufschub von Veränderungen an der Stundentafel so lange, bis die politischen, aber auch die fachlichen und pädagogischen Grundlagen dafür geklärt sind.
Im Einzelnen nimmt der Saarländische Philologenverband zum Verordnungsentwurf wie folgt Stellung.

 

Zu Paragraph 2 Abs. 1, Satz 1
Der Saarländische Philologenverband lehnt die überstürzte Einführung der neuen Stundentafel bereits zum kommenden Schuljahr aufgrund der unten weiter ausgeführten Probleme ab. Es ist sehr viel zweckmäßiger, die Einführung einer neuen Stundentafel um mindestens ein Jahr auf das Schuljahr 2011/12 zu verschieben, um den Fachkonferenzen und den Schulen ausreichend Zeit zur Vorbereitung zu geben.

Zu Anlage 1, Fächer Deutsch, 1. + 2. Fremdsprache, Mathematik
Die Verlagerung der 6. Stunde der schriftlichen Fächer aus Klassenstufe 5 in die Mittelstufe entspricht den Forderungen, die der Saarländische Philologenverband bereits seit geraumer Zeit erhebt. Es ist aber zu prüfen, inwieweit diese Verschiebung Konsequenzen für die Lehrplangestaltung hat. Der Verband empfiehlt daher, vor Einführung der neuen Stundentafel – und im Sinne der Arbeitsökonomie am besten im Zuge der geplanten Überprüfung der Lehrpläne von G 8 – deren Auswirkungen auf die Lehrpläne als Prüfauftrag an die zuständigen Landesfachkonferenzen zu geben.

Zu Anlage 1, Naturwissenschaften (Klasse 5 und 6)
Für dieses neu zu errichtende Fach hat das Ministerium bislang weder Lehrpläne noch Hinweise zur Personalisierung vorgelegt, obwohl hier ein nennenswerter Stundenansatz vorgesehen ist. In der gegenwärtigen Form kann der Saarländische Philologenverband dazu keine Stellung nehmen.
Um eine gravierende Fehlleitung von Personal- und Sachmitteln zu vermeiden, empfiehlt der Verband, zunächst die Lernziele des neuen Fachs festzulegen und dann in Zusammenarbeit mit den Landesfachkonferenzen der naturwissenschaftlichen Fächer einen entsprechenden Lehrplan auszuarbeiten. Zudem rät der Verband, den Schulen rechtzeitig Hinweise zur sachgerechten Personalisierung und zur Raumplanung zu geben, da ansonsten die Planungen unnötig erschwert werden.

Zu Anlage 1, Biologie
Der Saarländische Philologenverband bedauert die Eliminierung der Biologie aus der Stundentafel der Unterstufe. Die Biologie stellte bislang die klassische Unterstufen-Naturwissenschaft dar und fand großen Zuspruch bei Schülern und Eltern. Die Fachkonferenzen und die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen haben große didaktische und pädagogische Kompetenz für den naturwissenschaftlichen Unterricht in der Unterstufe erarbeitet.

Zu Anlage 1, Biologie, Chemie, Physik
In der gegenwärtigen Form reduziert die Stundentafel den Stundenansatz in den naturwissenschaftlichen Fächern in erheblichem Umfang. Außerdem werden 5 Stunden für das inhaltlich und methodisch noch gar nicht ausgearbeitete Fach „Naturwissenschaften“ bereit gestellt. Diese Planungen widersprechen dem von der Saarländischen Landesregierung wiederholt formulierten Ziel einer Stärkung der sog. MINT-Fächer. Zudem sind erhebliche Probleme bei der Erfüllung der einschlägigen bundesweit geltenden Standards für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu erwarten.

Zu Anlage 1, Geschichte
Der Saarländische Philologenverband begrüßt die Beibehaltung der Gesamtstundenzahl im Fach Geschichte, die dessen hohen Stellenwert für den Bildungskanon am Gymnasium entspricht. Allerdings weist der Saarländische Philologenverband darauf hin, dass die Verlagerung des Anfangsunterrichts in die Klassenstufe 6 nicht alleine im Rahmen einer Neufassung der Stoffverteilung durchgeführt werden kann. Gerade die abstrakteren Lernziele im Lehrplan bedürfen einer gründlichen Revision, die vor Inkrafttreten der neuen Stundentafel durchzuführen ist. Die Unterbrechung des Geschichtsunterrichts in Klassenstufe 9 bemängelt der Verband erstens aus grundsätzlichen Erwägungen (wie übrigens auch bezüglich des Fachs Erdkunde in Klassenstufe 6 und 9), zweitens aus didaktischer und pädagogischer Sicht. Daher sollte die Unterbrechung des Geschichtsunterrichts – wenn sie tatsächlich unvermeidbar ist – jedenfalls eher in Klassenstufe 8 angesetzt werden.
Angesichts der hier genannten Probleme empfiehlt der Saarländische Philologenverband, der Landesfachkonferenz Geschichte vor Inkrafttreten der neuen Stundentafel ausreichend Zeit zur Überarbeitung des Lehrplans einzuräumen.
Zu prüfen ist auch, inwieweit die bilingualen Zweige bzw. das Abibac von der Neuregelung betroffen sind.

Zu Anlage 1, Sozialkunde
Der geringe Pflichtstundenansatz im Fach Sozialkunde birgt die Gefahr einer mangelhaften staatsbürgerlichen Grundbildung. Schule hat auch die Aufgabe, junge Menschen zu mündigen Demokraten zu erziehen.

Zu Anlage 1, Klassenlehrerfach
Der Saarländische Philologenverband fordert seit langem, die Arbeit der Klassenlehrer und Tutoren besser zu unterstützen. Die Einführung der Klassenlehrerstunde, die der Saarländische Philologenverband seit langem fordert, wird daher als eine erste Maßnahme begrüßt. Weitere Maßnahmen wie z.B. angemessene Stundendeputate, bessere Fortbildungsangebote u.ä. sollten folgen.

Zu Anlage 1 und Anlage 2, jeweils Fußnote 5
In der gegenwärtigen Form koppelt die Stundentafel in Klasse 10 insgesamt vier bzw. in Zukunft sogar fünf Fächer, zusätzlich zu den bereits bestehenden Koppelungen. Der Saarländische Philologenverband weist darauf hin, dass die geplante Regelung in den Schulen zu erheblichen Problemen beim Lehrereinsatz, bei der Raumplanung (v.a. in den Naturwissenschaften) und bei der Stundenplangestaltung führen wird.

Zu Anlage 2
Die geplanten Veränderungen der Stundentafel für die Klassenstufen 7 bis 10 führen im Fall eines Inkrafttretens zum kommenden Schuljahr zu einer verwirrenden Situation für viele Eltern und Schüler. Zum großen Teil wurden die Eltern und Schüler soeben erst über die bisherige Regelung informiert, die sie auch zur Grundlage ihrer Wahlentscheidungen (z.B. am Ende der Klassenstufe 7) gemacht haben. Es besteht die Gefahr, dass der Eindruck von unüberlegter Vorgehensweise und wenig verlässlicher Entwicklung der Stundentafeln entsteht.

Zu Anlage 2, Fächer Chemie und Physik
Das Fach Chemie erhält im vorliegenden Entwurf einen deutlich höheren Stundenansatz im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig, ohne jedoch zum Hauptfach zu werden. Zugleich wird die Möglichkeit geschaffen, Physik in Klasse 10 abzuwählen, auch wenn es zuvor im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig Hauptfach war. Der Saarländische Philologenverband weist darauf hin, dass diese Regelung widersprüchlich ist und die Kontinuität in der Fach- und Lernentwicklung in Frage stellt. Die durchaus sinnvolle Absicht, die sog. MINT-Fächer zu stärken und für die Schüler attraktiver zu machen, wird dadurch konterkariert.

 

Neuigkeiten

Pressemitteilung 13.08.10

der Landeselterninitiative für Bildung e.V., der Landeselternvertretungen der Grundschulen, Erweiterten Realschulen und Gymnasien sowie der Gesamtlandesschülervertretung

Gemeinsamer Appell von Eltern und Schülern „Für gelingende Schulen! Kein 5. Grundschuljahr!“ – Unterschriftenaktion gestartet

Download:
Medienmitteilung
Begleitschreiben
Unterschriftenliste


 

DPhV Pressemitteilung 19.07.10

Hamburger Volksentscheid:

Phantastischer Erfolg der Elterninitiative mit bundesweiter Signalwirkung
Meidinger regt deutschlandweites zehnjähriges Moratorium gegen weitere Struktureingriffe an! [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 12.07.10

Zerstörerischer Kulturkampf gegen das Gymnasium

Einen zerstörerischen Kulturkampf gegen das Gymnasium hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, der Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch, dem Saarländischen Bildungsminister Klaus Kessler und Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen vorgeworfen. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 23.06.10

Philologenverband erfreut über sehr hohe Leistungen in den Gymnasien vieler Bundesländer

Meidinger: Bundesländer mit hoher Kontinuität in der Bildungspolitik stehen ganz vorne! [mehr]


 

Landeselternvertretung 10.05.10

LEV Gymnasien fordert mehr Lehrer für alle Schulformen; bessere Förderung nur mit ausreichender Personalisierung möglich [mehr]


 

ZDF.reporter unterwegs 06.05.10

Gesamtschulen führen nicht zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Contra gemeinsame Schule: Heinz-Peter Meidinger: (...) In Brandenburg, dem einzigen Bundesland mit verpflichtender längerer Grundschulzeit für alle, hat sich die Chance eines Arbeiterkindes, das Gymnasium zu besuchen, von 2000 bis 2006 rapide verschlechtert, auch bei der Leistungsskala steht das Land schlecht da. (...)
Der Hinweis auf Finnlands erfolgreiches Gemeinschaftsschulsystem ist unvollständig, wenn nicht auch darauf hingewiesen wird, dass die zehn PISA-Schlusslichter alle Gemeinschaftsschulsysteme haben, dass alle anderen hochgerühmten skandinavischen Länder bei PISA hinter Deutschland rangieren und dass finnische Schüler 30 Prozent der Unterrichtszeit in spezifischen Kleingruppen außerhalb des Klassenunterrichts von zusätzlichen Lehrern beschult werden. (...) [mehr]


 

VOS Pressemitteilung 27.04.10

Zum angeblichen Lehrerüberhang an saarländischen Gymnasien

Im Haushaltsentwurf 2010 des Bildungsministeriums ist vorgesehen, dass 42 Lehrerstellen der Gymnasien und 33 Lehrerstellen der Erweiterten Realschulen gestrichen werden und genau diese 75 Lehrerstellen den Gesamtschulen zugutekommen sollen.
(...) Worin liegt der grundlegende Fehler in der Begründung des Ministers? Er geht davon aus, dass bisher der Bedarf an Lehrerstunden am Gymnasium vollständig gedeckt ist. Das ist grob falsch. (...) [mehr]


 

VOS Pressemitteilung 22.04.10

Ist die Zerschlagung des Gymnasiums im Saarland noch aufzuhalten?

Bildungsminister Kessler bestraft die Schulwahl der Eltern

(...) Wie jetzt bekannt geworden ist, hat Bildungsminister Kessler beantragt, den Gymnasien 42 Lehrerstellen wegzunehmen, den Erweiterten Realschulen 33 Lehrerstellen. Wozu diese Wegnahme, wo doch die Anmeldezahlen am Gymnasium gestiegen, die an der Erweiterten Realschule in etwa gleich geblieben sind? [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 08.02.10

Meidinger: Brandenburg ist in Sachen Bildungsgerechtigkeit das "schwarze Schaf" in Deutschland

Gegen die immer wieder von Bildungspolitikern und auch in einigen Medien wiederholte Behauptung, die PISA-Daten unterstützten eine Verlängerung der Grundschuldauer, hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, in Berlin anhand aktueller PISA-Vergleichsuntersuchungen gewandt. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 12.10.09

Philologenverband warnt Saar-CDU vor "bildungs­poli­ti­schem Sün­den­fall"

Nach dem Votum der Grü­nen im Saar­land für eine Ja­mai­ka-Koa­li­ti­on und nach den Mel­dungen über die bis­heri­gen Son­dierungs­gesprä­che zwi­schen CDU und Grü­nen hat der DPhV-Bundes­vor­sitzende, Heinz-Peter Meidinger, die Union davor ge­warnt, "im künf­tigen Ko­ali­tions­vertrag ihre schul­poli­ti­schen Grund­sätze über Bord zu wer­fen und ihre bildungs­politische Seele an die Grü­nen zu ver­kau­fen." [mehr]


 

Deutscher Altphilologenverband 03.11.09

Entwurf des Koalitionsvertrags sieht Abbau von Bildungsbereichen vor

Das auf die Ressource Bildung stark angewiesene Bundesland an der Saar schwebt in der Gefahr, durch ein Zurückweichen von CDU und FDP vor den Grünen auf diesem Gebiet bundesweit den Anschluss zu verlieren. Der Deutsche Altphilologenverband (DAV) warnt vor Abbau von Bildungschancen. [mehr]


 

DPhV Pressemitteilung 04.05.09

Sechsjährige Grundschule ist kein Erfolgsmodell!

Flucht der Eltern vor der sechs­jährigen Grund­schule in Berlin hat objektive Gründe: Weniger Bildungs­gerechtig­keit und geringere Leistungen bei längerer Grund­schulzeit. [mehr]