Neuer Ärger um die Stundentafel für das Gymnasium
Pressemitteilung vom 28. März 2010
Nationalsozialismus kein Pflichtthema mehr im Geschichtsunterricht
Als ein „bundesweit einmaliges Beispiel für Geschichtsvergessenheit“ bezeichnet der Saarländische Philologenverband (SPhV) die neue Stundentafel für das Gymnasium. Wie den Schulen am letzten Tag vor den Ferien kurzfristig mitgeteilt wurde, wird Geschichte in Klassenstufe 10 der Gymnasien nur noch ein Wahlfach sein.
„Das kann nichts anderes bedeuten, als dass saarländische Abiturienten in Zukunft in der Schule nichts mehr über den Holocaust, die beiden Diktaturen in Deutschland, aber auch nichts mehr über die deutsch-französische Aussöhnung erfahren – so lange sie das nicht eigens wählen“, so der bildungspolitische Sprecher des SPhV, Marcus Hahn. Dies sei gerade in einer Grenzregion, die sich ihrer besonderen Stellung zwischen Deutschland und Frankreich immer bewusst gewesen ist, ein untragbarer Zustand.
Zumindest in diesem Punkt hat der Minister bei seiner Vorstellung der Stundentafel nach Ansicht des SPhV zudem die Öffentlichkeit unvollständig informiert. Es wurde angekündigt, dass die überarbeitete Stundentafel dem Votum der zuvor angehörten Fachleute entspreche. Die Auffassung, wichtige Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts für Schüler fakultativ zu stellen, hat aber aus leicht verständlichen Gründen niemals Zustimmung der Verbände und Gremien erhalten.
Angesichts der ständigen Querelen um die Stundentafel, die die Öffentlichkeit nun schon seit Wochen beschäftigen, fordert der SPhV, das Vorhaben ganz zurückzunehmen und stattdessen zuerst den Lehrplanexperten Gelegenheit zur Erarbeitung fachlich und pädagogisch vernünftiger Konzepte zu geben. Die Strukturfrage Stundentafel müsse gegenüber den Inhalten zweitrangig bleiben.
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Weg der Vernunft beschreiten
Pressemitteilung vom 26. März 2010
Philologenverband fordert die Einberufung eines Bildungskonvents
„Die schulpolitische Debatte im Saarland ist völlig verfahren“, resümierte Dr. Marcus Hahn, der bildungspolitische Sprecher des Saarländischen Philologenverbands, den Verlauf einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Bildungspolitik in Saarbrücken. Völlig offen blieb auch die Verfassungsfrage. Einzig die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Gisela Rink, wollte sich auf eine Bestandsgarantie für das Gymnasium im Verfassungstext festlegen.
„Richtig klar geworden ist nur, dass – außer vielleicht dem Staatssekretär im Bildungsministerium – keiner der Beteiligten die Einführung eines fünften Grundschuljahrs befürwortet.“ Eigene Konzepte für die zukünftige Schullandschaft im Saarland konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings auch keine der im Podium vertretenen Parteien vorlegen. Dies rief große Enttäuschung bei den Eltern, Schülern und Lehrern im Publikum hervor. Mehrfach appellierten Diskussionsteilnehmer an die Verantwortung der Politik und warnten vor „übereilten“ und praktisch kaum durchführbaren Reformvorhaben.
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Die meisten Eltern vertrauen dem Gymnasium
Pressemitteilung vom 22. März 2010
Philologenverband zur Veröffentlichung der Anmeldezahlen für weiterführende Schulen durch das Bildungsministerium
„Nach der Veröffentlichung der Anmeldezahlen für weiterführende Schulen durch das Bildungsministerium (41,2% Gymnasium, 31,7% Erweiterte Realschule, 19,1% Gesamtschule) muss sich die Landesregierung jetzt fragen, ob sie vor dem Hintergrund der äußerst angespannten Finanzsituation des Landes immer noch an einer extrem teuren Schulstrukturänderung festhalten will“, so der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes Klaus Lessel, „obwohl die Eltern durch ihr Anmeldeverhalten dem Gymnasium ihr Vertrauen ausgesprochen haben.“
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Was denn, wie denn, wann denn, wer denn, … ?
Kommentar Gymnasium Saar 01-02/2010 Klaus Lessel, Vorsitzender
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
diese und viele andere Fragen stellen sich im Saarland zur Zeit Lehrer/innen, Schüler/innen, Eltern, Politiker/innen und alle an Bildung interessierte Bürger/innen. Was passiert in Bezug auf die beabsichtigte Verfassungsänderung? Wie sollen die Pläne der Landesregierung organisatorisch umgesetzt und finanziert werden? Wann wird der Zeitrahmen konkret sichtbar?
Bisher ist der neue Bildungsminister mit kostenneutralen Aktionen an die Öffentlichkeit getreten, die prognostiziert worden waren: Rücknahme der verpflichtenden Empfehlung für den Übergang an weiterführende Schulen und die Ankündigung einer neuen Stundentafel für Gymnasien (in der Anhörung). Beim ersten Blick auf den Entwurf sind durchaus positive Elemente sichtbar (die schon lange vom Philologenverband gefordert worden sind): Einführung einer Klassenleiterstunde in der Klassenstufe 5, Stärkung der Kernfächer der Mittelstufe durch Stundenerhöhung, keine Ein-Stundenfächer. Beim genaueren Hinsehen fällt in den Klassenstufen 5 und 6 ein neues 3- bzw. 2-stündiges Fach „Naturwissenschaften“ auf, für das es noch keinen Lehrplan gibt, und dessen Inhalte auch nicht näher bestimmt werden. Hier soll wohl schon G7 vorbereitet werden. Wie z. B. die Stundenverteilung im Fach Geschichte pädagogisch sinnvoll begründet werden kann, bleibt ein Geheimnis der Verfasser der Stundentafel. Warten wir die Stellungnahme der Gremien ab und prüfen am Ende, ob und welche Expertenmeinungen eingearbeitet worden sind.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 13. März 2010 um 09:59 Uhr
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Stellungnahme des SPhV zur Verordnung -Schulordnung- über die Stundentafel des Gymnasiums (Klassenstufe 5-10)
Vorbemerkung
Angesichts der für die nächste Zeit bereits über die Presse angekündigten Veränderungen im saarländischen Schulsystem, besonders was die laut Berichterstattung zu erwartenden Reformvorhaben für die Klassenstufe 5 der weiterführenden Schulen angeht, hält der Verband eine kurzfristige Veränderung der Stundentafel für das Gymnasium für wenig zweckmäßig. Eine überstürzte Veränderung, der nach Planungen des Ministeriums angeblich alsbald einige weitere, noch viel grundlegendere Reformen folgen sollen, schafft Unruhe an den Schulen, verwirrt die Schüler, Eltern und Lehrer und verursacht angesichts der herrschenden Mittelknappheit untragbar hohe Kosten. Nicht zuletzt behindert ein solches Vorgehen eine zukunftsorientierte Personaleinsatz- und Einstellungspolitik, was angesichts der bereits jetzt äußerst unglücklichen Personalsituation nicht akzeptabel ist. Der Saarländische Philologenverband empfiehlt daher die Rücknahme des Verordnungsentwurfs und den Aufschub von Veränderungen an der Stundentafel so lange, bis die politischen, aber auch die fachlichen und pädagogischen Grundlagen dafür geklärt sind. Im Einzelnen nimmt der Saarländische Philologenverband zum Verordnungsentwurf wie folgt Stellung.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. März 2010 um 17:18 Uhr
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