Rückblick 2011
Kommentar Gymnasium Saar 06/2011 Klaus Lessel, Vorsitzender
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Jahr 2011 hat für die saarländische Bildungslandschaft erhebliche Veränderungen gebracht. Mit den Stimmen der Linken hat die „Jamaika-Koalition“ die Landesverfassung geändert und die „Gemeinschaftsschule“ als „zweite Säule“ neben dem Gymnasium institutionalisiert. Inzwischen wurde die Gemeinschaftsschulverordnung vom Bildungsminister vorgestellt. Neben den bekannten Eckpunkten fällt beim Betrachten der Stundentafel die Neuschaffung des Faches „Lernen lernen“ auf. Hier haben wohl die gleichnamigen seit Jahren an den Gymnasien durchgeführten Projekte Pate gestanden. Es freut mich sehr, dass endlich diese Arbeit und die Erfahrungen auf diesem Wege anerkannt werden. Auf der anderen Seite werden die Fächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache eine Stunde weniger unterrichtet als am Gymnasium. Ob dies einer Durchlässigkeit zwischen den beiden Säulen vor allem aus Richtung Gemeinschaftsschule zum Gymnasium förderlich ist, darf bezweifelt werden. Die Versprechungen in der Verordnung sind – wie erwartet – blumig. Die Realität wird Anspruch und Wirklichkeit auf die Dauer schonungslos offenbaren. Ich hoffe, dass die Gemeinschaftsschule auf eine solide finanzielle und personelle Basis gestellt wird und sich durch einen hohen Qualitätsanspruch das Vertrauen der Eltern erwirbt; allerdings nicht auf Kosten des Gymnasiums. Darauf werden wir achten! Letztlich werden in den kommenden Jahren die Eltern durch ihre Anmeldungen über den Erfolg dieser Schulform abstimmen.
Ich freue mich besonders, dass die Landesregierung ihre Fehlentscheidung, die Eingangsbesoldung der Junglehrer abzusenken, zumindest bei den Lehrer(inne)n an Berufsschulen zurück nehmen will, und fordere, dass diese Maßnahme auch auf die Gymnasiallehrer ausgedehnt wird. Geschieht dies nicht, werden auch weiterhin Junglehrer in andere Bundesländer ziehen und somit für unsere Unterrichtsversorgung nicht zur Verfügung stehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Landesregierung dieses Mal unsere Warnung nicht in den Wind schlägt.
Das Bildungsministerium hat für das nächste Schuljahr die Schaffung von Stellen für eine effektive „Lehrerfeuerwehr“ angekündigt. Auch hier bleibt nur die Hoffnung für unsere Schülerinnen und Schüler, dass diese Ankündigung auch im Bereich der Gymnasien wirksam umgesetzt wird.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Ihr
Klaus Lessel
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SPhV fordert die Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung für alle Junglehrer
Pressemitteilung vom 23. November 2011
Saarländischer Philologenverband fordert die Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung für alle Junglehrer
„Die Absenkung der Eingangsbesoldung für Junglehrer hat sich als schwerer Fehler erwiesen“, kommentierte der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes, Klaus Lessel, die jüngsten Medienberichte aus der Landesregierung, wonach die Absenkung der Eingangsbesoldung für Lehrer/innen an beruflichen Schulen wieder aufgehoben werden soll. „Es ist daher sehr erfreulich“, so Lessel weiter, „dass die Landesregierung ihre Fehlentscheidung eingesehen und wieder zurückgenommen hat. Allerdings ist es völlig unverständlich, warum man trotz aller frühzeitigen Warnungen der Lehrerverbände, darunter auch des Philologenverbandes, erst gewartet hat, bis der Schaden eingetreten ist, bevor man handelt. Wir hoffen, dass die Landesregierung unsere Warnungen diesmal nicht in den Wind schlägt und dem zwar halbherzigen aber richtigen Schritt nun den nächsten folgen lässt: die Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung für alle Junglehrer.“ Eine Ungleichbehandlung der Berufsanfänger, so Lessel abschließend, sei im Hinblick auf die künftige Lehrerversorgung im Saarland inakzeptabel und zerstöre das Vertrauen der Junglehrer in die saarländische Einstellungspolitik.
Kommentar
Kommentar Gymnasium Saar 05/2011 Marcus Hahn, Bildungspolitischer Sprecher des SPhV
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wenn Sie dieses Heft in Händen halten, werden Sie bereits über die Erfolge des DBB bei den Verhandlungen über die Beamtenbesoldung in diesem und im nächsten Jahr informiert sein. Es besteht kein Zweifel: Die Kärrnerarbeit unserer Dachverbände hat sich wieder einmal gelohnt. Anstelle von Presse-Gags setzen unsere Verbände auf kontinuierliche Arbeit und intensives Überzeugen - und verschaffen damit sehr oft unseren berechtigten Erwartungen das notwendige Gehör.
Und doch bleibt ein schales Gefühl zurück. Es scheint zur üblichen Praxis der Politik geworden zu sein, zuerst überzogene Sparmaßnahmen in einem Bereich anzukündigen, diese dann gönnerhaft zumindest teilweise zurückzunehmen - und sich dann einfach (oder willkürlich?) den nächsten Bereich vorzuknöpfen. Auf diese Weise soll wohl der Eindruck entstehen, es werde „überall“ gespart. Nur wie sieht die Wirklichkeit aus? Das aktuelle Heft von Gymnasium Saar versucht einen Blick hinter die Kulissen der Finanzpolitik zu werfen.
In dieser Ausgabe greift Gymnasium Saar auch ein anderes Dauerthema der Bildungspolitik auf, nämlich den Bildungsföderalismus. Vereinheitlichung, so scheint es, ist gegenwärtig in dieser Diskussion wichtiger als Vielfalt und Ideenreichtum. Vor allem das Argument von dem Kind, das in seiner Schulzeit aufgrund der beruflichen Situation seiner Eltern dreimal umziehen muss, entfaltet in letzter Zeit enorme Überzeugungskraft. Aber nun wissen wir ja schon längst, dass die Bildungspolitik gerade dann, wenn sie sich als Sachwalter der Bedürfnisse der Eltern darstellt, in Wirklichkeit ganz anderes im Schilde führt. Gymnasium Saar möchte Ihren Blick auf diese Diskussion schärfen.
Zum Schluss noch eine kleine Lektüreempfehlung. Kaum etwas mögen Lehrer weniger als juristische Themen. Aber es ist ja gar nicht zu leugnen: An immer mehr Stellen unseres beruflichen Tuns haben wir mit rechtlichen Probleme zu tun. An der Spitze steht häufig die Frage, unter welchen Umständen Lehrer persönlich haftbar gemacht werden können. Dr. Georg Hoegg hat einige sehr instruktive Fälle zu dieser Frage gut lesbar aufbereitet, die so manches Problem schon im Vorfeld zu verhindern helfen. Und wenn es dann doch einmal zu einem Konflikt kommt, können Sie sich auf die Hilfe der Rechtsberatung des Saarländischen Philologenverbands verlassen, die wir gemeinsam mit dem Diensleistungszentrum des DBB für unsere Mitglieder anbieten.
Marcus Hahn Bildungspolitischer Sprecher
Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung ein richtiger Schritt
Pressemitteilung vom 28. August 2011
Philologenverband zur beabsichtigten Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung für Berufsschullehrer
„Wir begrüßen die Absicht des Bildungsministers, die Absenkung der Eingangsbesoldung für Berufsschullehrer wieder zurückzunehmen“, sagte der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes Klaus Lessel, „zeigt sie uns doch, dass jetzt die Einsicht entgegen früherer Aussagen gereift ist, dass die Absenkung der Eingangsbesoldung wohl doch Junglehrer/innen zur Abwanderung in andere Bundesländer treibt.“ Dies treffe aber nicht nur für den Berufsschulzweig zu, so Lessel weiter, sondern auch für den gymnasialen Bereich, und deshalb müsse auf diesen ersten logischen Schritt auch der zweite folgen: die Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung auch für Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien. „Wenn den jungen Lehrer(inne)n keine verlässliche Besoldungspolitik geboten wird und die Arbeitsbedingungen im Saarland (u.a. Eingangsbesoldung und Unterrichtsverpflichtung) denen der anderen Bundesländer nicht angeglichen werden“, so Lessel abschließend, „werden auch weiterhin besonders gut und mit hohem Kostenaufwand für das Land ausgebildete Lehrer/innen vor allem in Bedarfsfächern das Land verlassen. Die Auswirkungen zeigen sich ja schon jetzt dadurch, dass man 25 Aushilfslehrkräfte mit erstem Staatsexamen, also noch ohne pädagogische Ausbildung, an Gymnasien beschäftigen muss, um die Unterrichtsversorgung in einzelnen Fächern zu gewährleisten. Eine Besoldung je nach Kassenlage oder wie hier nach Bedarfslage fördert auf keinen Fall das Vertrauen der jungen Lehrer/innen in die Besoldungspolitik des Saarlandes.“
Wer viel verspricht ...
Kommentar Gymnasium Saar 04/2011 Marcus Hahn, Bildungspolitischer Sprecher des SPhV
Wer viel verspricht ...
Die gute Nachricht zuerst: Die Absicherung des Gymnasiums in der saarländischen Verfassung ist in trockenen Tüchern. Das ist ein schöner Erfolg des Philologenverbands, denn noch vor kaum mehr als einem Jahr standen wir mit unserem klaren Bekenntnis zum grundständigen Gymnasium in der politischen Diskussion mehr oder weniger alleine. Der Wermutstropfen allerdings: Die politische Entscheidung ist wohl weniger der Vernunft als mehr der Koalitionsarithmetik geschuldet. Ob der Schulfriede, den man uns jetzt wieder einmal verspricht, auf Dauer halten wird? Die Zukunft muss es zeigen. Gelernt haben wir ja schon längst, dass der Reformwahnsinn auch vor der Verfassung nicht mehr Halt macht.
Weiterhin kann die Geburt einer neuen Schulform vermeldet werden. Ob das eine gute Nachricht ist, wird sich noch zeigen müssen. Die Versprechungen wachsen jedenfalls wie die Bäume in den Himmel: Jedes Dorf soll seine Schule behalten, jedes Kind soll ganz individuell gefördert werden, jeder Nachteil soll ausgeglichen werden, Abitur soll es möglichst für jeden und überall geben. Zugleich soll all’ das „kostenneutral erfolgen“, um einmal den Gesetzesentwurf zu zitieren.
Die beiden Nachrichten aus dem Saarland verweisen darauf, dass die bildungs- und schulpolitische Debatte in ganz Deutschland mittlerweile in Bewegung gekommen ist. Die aktuelle Ausgabe von Gymnasium Saar bietet Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, wie immer einen guten Überblick über aktuelle Themen: Sie erfahren Neues über den Stand der Dinge in der Berufspolitik, über die Öffentlichkeitsarbeit unseres Verbandes und seiner Partner, über die Arbeit des Hauptpersonalrats und Sie erhalten eine kritische Analyse der Resultate von zehn Jahren PISA-Tests. Auch diese Tests waren uns ja anfangs als das Allheilmittel schlechthin angepriesen worden.
Sachliche Argumente, vernünftige Konzepte und realistisches Misstrauen gegenüber Heilsversprechungen - das ist der Weg, auf dem der Philologenverband schon seit Langem seine Erfolge erzielt. Denn wer viel verspricht, muss auch viel halten.
Marcus Hahn Bildungspolitischer Sprecher
Einführung der Gemeinschaftsschule
Pressemitteilung vom 15. Juni 2011
Philologenverband zur Verfassungsänderung
„Der Saarländische Philologenverband begrüßt die Beibehaltung der Festschreibung des Gymnasiums in der Verfassung, sieht jedoch erhebliche finanzielle und bildungspolitische Beeinträchtigungen für das Gymnasium durch die Einführung einer Gemeinschaftsschule als zweiter Säule“, sagte der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes Klaus Lessel. „Da die im Gesetzentwurf zur Unterrichtsorganisation der Gemeinschaftsschule vorgesehenen Maßnahmen kostenneutral erfolgen sollen“, so Lessel weiter, „müssen die dazu nötigen Mittel in anderen Bereichen, vermutlich auch im Bereich der Gymnasien, eingespart werden. Dies stellt eine erhebliche Benachteiligung der Gymnasien und seiner Schülerinnen und Schüler dar.“
In der jetzt beschlossenen Fassung des § 27 Abs. 3 der Verfassung des Saarlandes, so Lessel abschließend, würden die wesentlichen Merkmale des Gymnasiums - die Grundständigkeit, der Status als Angebotsschule und das Recht auf eigene Oberstufen an jeder Schule - nicht expliziert erwähnt. Dadurch sei lediglich noch der Name der Schulform Gymnasium garantiert und es bestehe unter bestimmten Voraussetzungen die Gefahr, dass durch die vorgesehene Regelung eine einfache Parlamentsmehrheit ausreiche, um Maßnahmen zu ermöglichen, die das Gymnasium von innen aushöhlen könnten.
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