Der Saarländische Philologenverband sorgt dafür, dass Sie auf dem Laufenden bleiben.
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Stellungnahme vom 12. Mai 2015

Eines kann man sicher sagen: Die angekündigte Neuregelung der Reisekosten bei Klassenfahrten ist ein Erfolg der Lehrerverbände im dbb. Nach jahrelangem „Prüfen“ und Hinhalten durch die Landesregierung haben die Lehrerverbände im dbb eine Abänderung der rechtswidrigen Praxis erwirken können. Wie diese aussieht, ist noch nicht bekannt. Man hört von einem grundsätzlichen Erstattungsanspruch der Lehrkräfte, zugleich auch von einer pauschalen Höchstgrenze und gegebenenfalls sogar von einer Nicht-Genehmigung von Fahrtanträgen. Völlig klar, dass bei einer solchen Regelung Fragen laut werden: Schulleiter werden um das Profil ihrer Schule bangen, wenn Austauschprogramme in Gefahr geraten, weil die dazu notwendigen Fahrten nicht mehr durchgeführt werden können; Eltern werden bemängeln, dass ein interessantes außerunterrichtliches Lernangebot eingeschränkt wird; vielleicht werden Schüler sich fragen, ob es gerecht ist, ihnen die Chance auf Teilnahme an Fahrten in der Klassengemeinschaft zu beschneiden. Schließlich wird der ein oder andere Praktiker sich fragen, wie wohl die Genehmigungspraxis durch die Schulaufsicht aussehen wird, wenn eventuell ab kommendem Schuljahr jede Fahrt einzeln (inklusive Kostenplan) vorab zu prüfen ist. Ob dazu wohl eigens personelle Ressourcen geschaffen werden müssen oder ob man das den Schulleitungen überlässt? Diese und ähnliche Fragen werden letztlich erst zu klären sein, wenn die Neuregelung sich in der Praxis bewähren muss. Bis dahin können wir Lehrkräfte wenigstens als positiv verbuchen, dass eine ewige Baustelle des Berufsrechts beseitigt ist – oder vielleicht auch nicht? Hat doch ein Verwaltungsgericht in Hessen gerade erst die pauschale Beschränkung der zu erstattenden Reisekosten für rechtswidrig erklärt. Fortsetzung folgt. …

Pressemitteilung vom 27. April 2015

Der Saarländische Philologenverband begrüßt die von der IHK des Saarlandes angestoßene Debatte über den Sinn der "Abitur für alle"-Politik.

"Wenn die IHK des Saarlandes den Akademisierungswahnsinn beklagt, spricht sie vielen Lehrkräften an Gymnasien aus dem Herzen", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands. Der Philologenverband fordert seit jeher differenzierte schulische Angebote, die durch ihre überzeugende Qualität die Attraktivität beruflicher Bildungswege herausarbeiten.
Allerdings ist die gegenwärtige Misere der Bachelor-Abschlüsse hausgemacht. Bei der Bologna-Reform wurde - nicht zuletzt auf Druck der Wirtschaft - mit dem Bachelor ein Abschluss eingeführt, der speziell bei der Berufsvorbereitung nur teilweise den Erwartungen entspricht. "Den zumindest in manchen Fächern eklatanten Problemen des Bachelor-Abschlusses wird man mit Studien- oder Berufsberatung an den Schulen alleine sicher nicht Herr werden", so Marcus Hahn weiter. Dies gilt insbesondere für die Gymnasiasten, die nach ihrem Abitur überdurchschnittlich hohen Studienerfolg und überdurchschnittlich geringe Studienabbrecherquoten erzielen.
Statt dessen tut eine Diskussion über notwendige Verbesserungen in manchen Bachelor-Studiengängen Not. Auch die Universitäten müssen sich nach Auffassung des Philologenverbands darüber klar werden, dass Bildung mehr bedeutet als nur Kompetenzentwicklung. Zu beklagen ist aus Sicht des Philologenverbands vor allem die in vielen Studiengängen zu hohe Zahl der Prüfungen und Klausuren, wodurch viele Lehrveranstaltungen zu reinen Prüfungsvorbereitungen verkommen.
Als besonders gravierend sieht der Philologenverband auch die zu hohe Zahl der Studienabbrecher an, die ihr Studium häufig aus fachlichen Gründen nicht bewältigen. An diesem Punkt kann sicherlich eine verbesserte Studienberatung Hilfe bringen. Vor allem aber sollte die hohe Zahl der Studienabbrecher eine Mahnung für alle diejenigen sein, die zugunsten höherer Abiturientenquoten weiteren Niveauabsenkungen im Bereich des Abiturs das Wort reden.

Pressemitteilung vom 25. März 2015

Junge Philologen üben Kritik an Förderkonzepten für das Gymnasium

Am vergangenen Wochenende hat der Bundeskongress der Jungen Philologen in Essen die saarländische Vertreterin Ariane Kläs zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Ariane Kläs unterrichtet am Homburger Saarpfalz-Gymnasium die Fächer Deutsch und Französisch. Für den Saarländischen Philologenverband betreut sie seit 2012 Lehramtsstudenten und Referendare.
Scharfe Kritik übten die Jungen Philologen bei ihrer Tagung an den in den meisten Ländern bestehenden oder geplanten Förderkonzepten für das Gymnasium. Zu allgemein, zu wenig fachlich und vor allem zu wenig auf das spezielle Potenzial der Schulform Gymnasium zugeschnitten - so lautet das Ergebnis der Bestandsaufnahme durch den Bundeskongress. Insbesondere jüngere Lehrkräfte seien zunehmend frustriert, weil der Politik der Gestaltungswille fehle und eine ernstgemeinte Auseinandersetzung mit Zielsetzungen, Möglichkeiten und Grenzen des Gymnasiums ausbleibe.
Im Saarland spricht sich der Philologenverband für ein potenzialorientiertes Förderkonzept aus, das an den Begabungen und Interessen der Schüler ansetzt und die fachliche Entwicklung von Schülern und Lehrkräften gleichermaßen im Blick hat.

 

Der neue Bundesvorstand der Jungen Philologen (Foto: DPhV), v.l.n.r. Christian Süßenguth (Niedersachsen), Ariane Kläs (Stellv. Vorsitzende, Saarland), Thomas Langer (Vorsitzender, Sachsen), Ulrike Wagner-Witthöft (Bayern), Thomas Gyöngyösi (Sachsen-Anhalt). Es fehlt Kristina Friebis-Kau (Rheinland-Pfalz)

Hintergrund:
Die Jungen Philologen im DPhV sind der Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaften der jungen Philologen in den einzelnen Bundesländern. Die Jungen Philologen im DPhV bündeln, koordinieren und unterstützen die Aktivitäten der jungen Philologen in allen Bundesländern. Die Jungen Philologen im DPhV vertreten die beruflichen, rechtlichen und sozialen Belange angehender und junger Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer.Die Jungen Philologen im DPhV tagen zweimal im Jahr – jeweils in einem anderen Bundesland. Bei ihren Bundestagungen erarbeiten die Jungen Philologen im DPhV u. a. Stellungnahmen und Positionspapiere zu aktuellen bildungs- und berufspolitischen Fragen. Die Jungen Philologen im DPhV initiieren Diskussionen zu aktuellen Themen der Bildungspolitik. http://www.dphv.de/index.php?id=wir-ueber-uns-junge-philologen

Pressemitteilung vom 28. Februar 2015

Der Saarländische Philologenverband sieht sich durch die jüngst aufgeflackerte Diskussion über das achtjährige Gymnasium in seiner Position bestätigt. "Gerade die klaren Äußerungen der Schüler, die sich gegen eine Verlängerung der Schulzeit aussprechen, sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass Strukturdebatten die gymnasiale Bildung im Saarland nicht weiterbringen werden", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Philologenverbandes.
Der Philologenverband fordert stattdessen eine Konzentration der Debatte auf den Aspekt der Qualität der Bildung. "Wir erwarten vom Bildungsministerium, dass es seinen Ankündigungen Taten folgen lässt und als ersten Schritt ein Förderkonzept vorlegt, das dem besonderen Bildungsauftrag des Gymnasiums entspricht", so Marcus Hahn.
Ein solches Förderkonzept muss auf den Begabungen und Interessen der Schüler aufbauen. Die Zielsetzung muss darin bestehen, den Schülern die bestmöglichen Lernangebote und damit die optimale Vorbereitung auf ein späteres Studium zu geben.
"Völlig klar ist, dass ein besseres Förderkonzept nur einen ersten Schritt darstellen kann. Genauso wichtig muss es sein, die Lernbedingungen der Schüler - z.B. was die Ausstattung der Gymnasien angeht - und auch die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte unter die Lupe zu nehmen", resümierte Marcus Hahn den Standpunkt des SPhV. Insbesondere die viel zu hohe Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte stellt nach Auffassung des SPhV ein wesentliches Hindernis für die Qualitätsentwicklung an Gymnasien dar.

 

Pressemitteilung vom 07. Februar 2015

Abschaffung des Sitzenbleibens ist ein Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste

Der Saarländische Philologenverband (SPhV) zieht eine kritische Zwischenbilanz des Schulversuchs Fördern statt Sitzenbleiben an Gymnasien. Nach einer Auswertung des SPhV können gezielte Fördermaßnahmen akute Lernprobleme zwar durchaus eindämmen.
„Die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen haben aber gezeigt, dass es an Gymnasien langfristig wenig bringt, an Lernproblemen herumzudoktern. Sehr viel sinnvoller ist es, auf den Stärken der Schüler aufzubauen“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV. Daher spricht sich der SPhV für einen weiteren Ausbau der potenzialorientierten Förderung an Gymnasien aus.
„Eltern und Schüler erwarten von Gymnasien, dass ihre besonderen Interessen und Begabungen gefördert werden. Das zeigt sich auch an der enormen Nachfrage nach Wettbewerben und Arbeitsgemeinschaften, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften und der künstlerischen Fächer. Hier liegt der Schlüssel zum schulischen Erfolg“, so Marcus Hahn weiter.
Forderungen wie die nach dem Abschaffen des Sitzenbleibens dagegen sieht der Philologenverband als „Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste der 1970er Jahre“. Wer das an Gymnasien heute noch fordert, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Schülern aus Kostengründen Unterricht vorzuenthalten.