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Pressemitteilung vom 25. März 2015

Junge Philologen üben Kritik an Förderkonzepten für das Gymnasium

Am vergangenen Wochenende hat der Bundeskongress der Jungen Philologen in Essen die saarländische Vertreterin Ariane Kläs zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Ariane Kläs unterrichtet am Homburger Saarpfalz-Gymnasium die Fächer Deutsch und Französisch. Für den Saarländischen Philologenverband betreut sie seit 2012 Lehramtsstudenten und Referendare.
Scharfe Kritik übten die Jungen Philologen bei ihrer Tagung an den in den meisten Ländern bestehenden oder geplanten Förderkonzepten für das Gymnasium. Zu allgemein, zu wenig fachlich und vor allem zu wenig auf das spezielle Potenzial der Schulform Gymnasium zugeschnitten - so lautet das Ergebnis der Bestandsaufnahme durch den Bundeskongress. Insbesondere jüngere Lehrkräfte seien zunehmend frustriert, weil der Politik der Gestaltungswille fehle und eine ernstgemeinte Auseinandersetzung mit Zielsetzungen, Möglichkeiten und Grenzen des Gymnasiums ausbleibe.
Im Saarland spricht sich der Philologenverband für ein potenzialorientiertes Förderkonzept aus, das an den Begabungen und Interessen der Schüler ansetzt und die fachliche Entwicklung von Schülern und Lehrkräften gleichermaßen im Blick hat.

 

Der neue Bundesvorstand der Jungen Philologen (Foto: DPhV), v.l.n.r. Christian Süßenguth (Niedersachsen), Ariane Kläs (Stellv. Vorsitzende, Saarland), Thomas Langer (Vorsitzender, Sachsen), Ulrike Wagner-Witthöft (Bayern), Thomas Gyöngyösi (Sachsen-Anhalt). Es fehlt Kristina Friebis-Kau (Rheinland-Pfalz)

Hintergrund:
Die Jungen Philologen im DPhV sind der Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaften der jungen Philologen in den einzelnen Bundesländern. Die Jungen Philologen im DPhV bündeln, koordinieren und unterstützen die Aktivitäten der jungen Philologen in allen Bundesländern. Die Jungen Philologen im DPhV vertreten die beruflichen, rechtlichen und sozialen Belange angehender und junger Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer.Die Jungen Philologen im DPhV tagen zweimal im Jahr – jeweils in einem anderen Bundesland. Bei ihren Bundestagungen erarbeiten die Jungen Philologen im DPhV u. a. Stellungnahmen und Positionspapiere zu aktuellen bildungs- und berufspolitischen Fragen. Die Jungen Philologen im DPhV initiieren Diskussionen zu aktuellen Themen der Bildungspolitik. http://www.dphv.de/index.php?id=wir-ueber-uns-junge-philologen

Pressemitteilung vom 28. Februar 2015

Der Saarländische Philologenverband sieht sich durch die jüngst aufgeflackerte Diskussion über das achtjährige Gymnasium in seiner Position bestätigt. "Gerade die klaren Äußerungen der Schüler, die sich gegen eine Verlängerung der Schulzeit aussprechen, sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass Strukturdebatten die gymnasiale Bildung im Saarland nicht weiterbringen werden", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Philologenverbandes.
Der Philologenverband fordert stattdessen eine Konzentration der Debatte auf den Aspekt der Qualität der Bildung. "Wir erwarten vom Bildungsministerium, dass es seinen Ankündigungen Taten folgen lässt und als ersten Schritt ein Förderkonzept vorlegt, das dem besonderen Bildungsauftrag des Gymnasiums entspricht", so Marcus Hahn.
Ein solches Förderkonzept muss auf den Begabungen und Interessen der Schüler aufbauen. Die Zielsetzung muss darin bestehen, den Schülern die bestmöglichen Lernangebote und damit die optimale Vorbereitung auf ein späteres Studium zu geben.
"Völlig klar ist, dass ein besseres Förderkonzept nur einen ersten Schritt darstellen kann. Genauso wichtig muss es sein, die Lernbedingungen der Schüler - z.B. was die Ausstattung der Gymnasien angeht - und auch die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte unter die Lupe zu nehmen", resümierte Marcus Hahn den Standpunkt des SPhV. Insbesondere die viel zu hohe Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte stellt nach Auffassung des SPhV ein wesentliches Hindernis für die Qualitätsentwicklung an Gymnasien dar.

 

Pressemitteilung vom 07. Februar 2015

Abschaffung des Sitzenbleibens ist ein Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste

Der Saarländische Philologenverband (SPhV) zieht eine kritische Zwischenbilanz des Schulversuchs Fördern statt Sitzenbleiben an Gymnasien. Nach einer Auswertung des SPhV können gezielte Fördermaßnahmen akute Lernprobleme zwar durchaus eindämmen.
„Die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen haben aber gezeigt, dass es an Gymnasien langfristig wenig bringt, an Lernproblemen herumzudoktern. Sehr viel sinnvoller ist es, auf den Stärken der Schüler aufzubauen“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV. Daher spricht sich der SPhV für einen weiteren Ausbau der potenzialorientierten Förderung an Gymnasien aus.
„Eltern und Schüler erwarten von Gymnasien, dass ihre besonderen Interessen und Begabungen gefördert werden. Das zeigt sich auch an der enormen Nachfrage nach Wettbewerben und Arbeitsgemeinschaften, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften und der künstlerischen Fächer. Hier liegt der Schlüssel zum schulischen Erfolg“, so Marcus Hahn weiter.
Forderungen wie die nach dem Abschaffen des Sitzenbleibens dagegen sieht der Philologenverband als „Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste der 1970er Jahre“. Wer das an Gymnasien heute noch fordert, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Schülern aus Kostengründen Unterricht vorzuenthalten.

Pressemitteilung vom 21. November 2014

Deutsche Gymnasiasten zählen auch hinsichtlich ihrer Kompetenz im Umgang mit elektronischen Medien zur weltweiten Spitze.

„ICILS 2013 ist ein Beleg für die hervorragende Arbeit der Lehrkräfte an Gymnasien, die die fachliche und pädagogische Herausforderung durch die Mediengesellschaft angenommen und gemeistert haben“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, mit Blick auf die „International Computer and Information Literacy Study 2013“. Die Studie zeige weiterhin, dass ein blindwütiger Einsatz von Computern im Unterricht nicht viel helfe. Die Stärkung computer- und informationsbezogener Kompetenzen erfolge am besten in einem fachlich fundierten, didaktisch gut aufbereiteten und methodisch möglichst breit angelegten Unterricht. „Computer alleine“, so Marcus Hahn weiter, „hilft nicht viel. Es kommt auf den richtigen Mix von computerbezogenen und konventionellen Unterrichtsansätzen und Methoden an.“ Im Hinblick auf die Ausstattung der Schulen mit Computern stelle ICILS 2013 der deutschen Bildungspolitik nur ein durchschnittliches Zeugnis aus. Laut den Forschungsergebnissen hat die EDV-Ausstattung der Schulen in Deutschland zwar Fortschritte gemacht; allerdings seien hinsichtlich der Geräte auch noch erhebliche Defizite erkennbar, die Deutschland auf einen mittleren Platz im Länder-Ranking zurückwerfen. Dieser Befund gilt nach Angaben des Philologenverbands auch für die Gymnasien im Saarland. „Wir im Philologenverband sehen Investitionen an drei Punkten als vordringlich an: Erstens sollten die Schulen noch mehr als bisher von administrativen und technischen Aufgaben bei der Verwaltung und Pflege ihrer EDV entlastet werden. Zweitens sollten die bisher stark auf spezielle Computersäle ausgerichteten Investitionen ergänzt werden um ein Programm, das den Einsatz von EDV – z.B. in Form von Tablets oder Laptops – im Klassensaal und im alltäglichen Unterrichtsgeschehen unterstützt. Drittens sollten mehr Mittel für die Anschaffung der häufig teuren und wartungsintensiven Lernsoftware für den Fachunterricht bereitgestellt werden“, fasst Marcus Hahn den Standpunkt des Philologenverbands zusammen. Einen kaum zu unterschätzenden Beitrag für die Stärkung von computer- und informationsbezogenen Kompetenzen leistet nach Auffassung des Philologenverbands die Lehrerbildung. Beklagten noch vor wenigen Jahren die Schüler die angeblich zu geringe Sicherheit der Lehrkräfte im Umgang mit neuen Medien, sei deren sichere Beherrschung durch die Lehrer heute ein wesentlicher Erfolgsgarant. „Es wird viel zu oft übersehen, dass die Lehrkräfte auch im Saarland in den letzten Jahren mit Unterstützung der Fortbildungseinrichtungen, zum großen Teil aber in selbstständig organisierter Arbeit, eine rasche Modernisierung des Unterrichts vorgenommen haben“, so Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 6. September 2014

Die Vorstände der Philologenverbände aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben auf ihrer gemeinsamen Tagung im saarländischen Weiskirchen die Qualität in der gymnasialen Bildung in den Mittelpunkt ihrer Beratungen gestellt. „Die Frage der Qualität ist und bleibt das zentrale Thema in der Bildungspolitik, in Rheinland-Pfalz wie im Saarland“, resümierten die beiden Vorsitzenden, Malte Blümke (Philologenverband Rheinland-Pfalz) und Marcus Hahn (Saarländischer Philologenverband, SPhV) die lebhaften Diskussionen ihrer beiden Vorstände.

Nach gemeinsamer Auffassung beider Verbände ist unter Qualität in der Bildung in erster Linie ein hochwertiger, fachlich fundierter Unterricht zu verstehen. Allerdings herrscht in beiden Ländern Skepsis, ob die Bildungspolitik, die sich immer stärker auf soziale und wirtschaftliche Aspekte von Schule konzentriert, diesem Anspruch weiterhin gerecht werden kann. „Selbstverständlich steht das Gymnasium zu seiner sozialen Verantwortung“, so die gemeinsame Linie von Philologenverband Rheinland-Pfalz und SPhV, „unzweifelhaft muss aber die Vermittlung der Studierfähigkeit die Kernaufgabe des Gymnasiums bleiben. An dieser Maxime, die Eltern, Schüler, Universitäten, Arbeitgeber und Lehrkräfte gleichermaßen von dem  Gymnasium erwarten, muss sich die Bildungspolitik in allen Bundesländern messen lassen.“

Ein wichtiger Teilaspekt der Qualität in der Bildung ist nach Auffassung der Philologen auch die Lehrerbildung. „Gerade auf diesem Feld haben wir in der Vergangenheit zu viele Experimente gesehen.“ Kooperationen in der Lehrerbildung an den Universitäten über Ländergrenzen hinweg können nach Auffassung der Philologenverbände durchaus ein Erfolgsmodell sein. „Das funktioniert aber nur, wenn diese gründlich geplant und vor allem angemessen finanziert werden. Auch müssen die verschiedenen Lehrerbildungskonzepte in unterschiedlichen Bundesländern erst einmal aufeinander abgestimmt werden, wobei bei der fachlichen Qualität der Lehrerbildung keine Abstriche gemacht werden dürfen. Qualitätsverluste unter dem Deckmantel der Kooperation sind aber in keinem Fall hinnehmbar“, so Marcus Hahn und Malte Blümke.
Eine adäquate und altersgerechte Gestaltung der Lehrerarbeitsplätze stellt nach Auffassung der beiden Philologenverbände von Rheinland-Pfalz und Saarland ein drittes wichtiges Arbeitsgebiet der Qualität in der Bildung dar. „Insbesondere beim Thema Gesundheitsvorsorge für Lehrkräfte sind andere Bundesländer schon mehrere Schritte weiter als wir im Saarland“, bilanzierte Marcus Hahn den Gedankenaustausch aus saarländischer Sicht.