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Pressemitteilung vom 11. April 2010

Gesamtverband Moderne Fremdsprachen (GMF), Deutscher Altphilologenverband (DAV) Saar und Saarländischer Philologenverband (SPhV) kritisieren die neue Stundentafel

„Die neu geschaffene Abwahlmöglichkeit der dritten Fremdsprache in Klassenstufe 10 stellt die Fremdsprachen in eine Konkurrenz, die weder aus fachlicher noch aus pädagogischer Sicht sinnvoll ist", lautet die geschlossene Kritik der Fremdsprachenlehrer an der neuen Stundentafel für das Gymnasium. Nach der jetzt erfolgten Neuregelung führt der Pflichtunterricht in der dritten Fremdsprache zu einem Lernstand, der unter den Mindestanforderungen liegt, die viele Arbeitgeber bei Bewerbern um einen Arbeitsplatz voraussetzen.
Die Abwahlmöglichkeit ist aber auch deshalb zu kritisieren, weil Schüler, die sich in Klassenstufe 7 für den sprachlichen Zweig entschieden haben, damit rechnen müssen, ihr gewähltes Fach nicht bis zum Abitur weiterführen zu können. Für den späteren Bildungsweg relevante Entscheidungen werden auf diese Weise weit nach vorne, nämlich bis in die Klassenstufe 7, vorverlegt. Außerdem werden die Schüler so um die Chance betrogen, anhand von Originaltexten und authentischen Sprechsituationen interkulturelle Kenntnisse zu erwerben.

Die neue Regelung fördert auch jenen Zweckopportunismus, der letztlich dazu führt, dass eine sinnvolle und am Schüler orientierte Aufgabenteilung zwischen den Fremdsprachen nicht mehr möglich ist. Wer als Schüler in der Mittelstufe seinen Interessen folgt, wird dafür in Zukunft möglicherweise sogar mit einem Schulwechsel bestraft, wenn die gewünschte Sprache in der Oberstufe nicht mehr angeboten werden kann.
Angesichts der Kritik der Fremdsprachenlehrer erneuert der Saarländische Philologenverband seine Forderung, das Inkrafttreten der Stundentafel auszusetzen, bis die fachlichen, pädagogischen und schulorganisatorischen Probleme geklärt sind. „Die anhaltende Kritik zeigt, dass - anders als gebetsmühlenartig behauptet - eben doch nicht in ausreichendem Maße Kompetenz der Fachleute in den Entscheidungsprozess eingeflossen ist.", so der bildungspolitische Sprecher des SPhV, Marcus Hahn.