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Pressemitteilung vom 22. April 2010

Philologenverband zur Streichung von Lehrerstellen im gymnasialen Bereich

Der Haushaltsentwurf 2010 sieht vor, im Bereich der Gymnasien 42 Lehrerstellen und bei den Erweiterten Realschulen 33 Stellen zu streichen. Begründet wird diese Maßnahme mit dem Rückgang der Schülerzahlen. Beide Schulformen haben Zuwächse bzw. einen ungefähren Gleichstand bei den Anmeldezahlen zu verzeichnen. Die Gesamtschulen sind dagegen bei den Anmeldezahlen stark eingebrochen. Und genau dieser Schulform werden die oben eingesparten Stellen zugeschlagen.

Die Botschaft dieser Maßnahme scheint klar: Eltern sollen künftig ihre Kinder an einer Gesamtschule anmelden, weil dort die beste Lehrerversorgung vorhanden ist. Und den Eltern, die ihre Kinder am Gymnasium angemeldet haben, wird so vermittelt, dass das wohl ein Fehler war. „Die Folgen zeigen sich bereits jetzt“, so der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes Klaus Lessel, „jungen Kolleginnen und Kollegen können nur wenige Beamtenstellen im neuen Schuljahr angeboten werden. Sie werden die ihnen bereits jetzt versprochenen Beamtenstellen in anderen Bundesländern, z.B. in Rheinland-Pfalz, annehmen und damit dem Saarland, das ihre Ausbildung bezahlt hat, den Rücken kehren. Hier wird eine Chance vertan, endlich im G8 durch kleinere Klassen bessere Lernbedingungen zu schaffen.“

Jetzt, so Lessel weiter, greife wieder der ewige Kreislauf: Lehrer sind vorhanden, aber keine Stellen. Sind wieder Stellen vorhanden, herrscht Lehrermangel. Dieser Kreislauf könne nur durch eine sinnvolle und ideologiefreie langfristige Personalpolitik durchbrochen werden.
„Der Saarländische Philologenverband“, so Lessel abschließend, „erwartet von der Landespolitik eine optimale Versorgung aller Schulformen mit Lehrerstellen, zumal immer wieder betont wird, dass an der Bildung nicht gespart werde. Nur so kann Unterrichtsqualität gehalten bzw. verbessert werden.“