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Pressemitteilung vom 12. August 2010

Saarländischer Philologenverband zum heutigen Rundfunkinterview des Bildungsministers

„Der Saarländische Philologenverband sieht im Gegensatz zu Bildungsminister Klaus Kessler keine Vorteile des 5. Grundschuljahres für die saarländischen Schülerinnen und Schüler", erklärte der Vorsitzende des SPhV Klaus Lessel zu den Aussagen von Bildungsminister Klaus Kessler in einem Rundfunkinterview des Saarländischen Rundfunks. Solange keine Schulversuche mit begleitenden Untersuchungen nachgewiesen hätten, dass schwächere Schüler/innen durch ein Jahr längeres gemeinsames Lernen besser gefördert und leistungsstärkere Schüler/innen gefordert  würden, so Lessel weiter, bleibe im Hinblick auf die enormen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen die Einführung des 5. Grundschuljahres ein teures Experiment mit ungewissem Ausgang. Bei der Verzahnung der Grundschule mit dem Kindergarten habe das Bildungsministerium den richtigen Weg eingeschlagen, in dem es zunächst Schulversuche eingerichtet habe. Es sei nicht einsichtig, warum man diesen Weg, wenn man schon ein völlig neues und in der Bundesrepublik einmaliges Strukturmodell unbedingt einführen wolle, nicht auch gehe. Erst danach könne man sagen, ob sich der erwartete riesige finanzielle und organisatorische Aufwand lohne.
Erschwerend komme noch hinzu, so der Vorsitzende, dass zwar zu Beginn der Sommerferien das Modell noch einmal vorgestellt worden sei, aber im Wesentlichen lediglich die Aussagen vom Frühjahr wiederholt worden seien. Darüber hinausgehende inhaltliche bzw. organisatorische Aussagen fehlten bis jetzt.
„Das Problem, dass dem Gymnasium bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums zunächst das 9. Schuljahr gestrichen worden ist, und jetzt noch einmal das 5. Schuljahr fehlen soll, kann nicht einfach damit gelöst werden, dass man Gymnasiallehrer/innen im 5. Grundschuljahr in den Hauptfächern unterrichten lässt“, sagte Lessel abschließend. Auch in den anderen Fächern würden Grundlagen für ein gymnasiales Arbeiten in den späteren Jahren gelegt, auf die man nicht einfach verzichten bzw. die man nicht  in die nächsten Jahrgangsstufen verschieben könne, ohne Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen.
Bevor man einen Alleingang im Saarland ins Auge fasse, sollte man sich auch die Erfahrungen in anderen Bundesländern zunutze machen. So könne man sich enttäuschte Erwartungen und vermeidbare Misserfolge ersparen.