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Pressemitteilung vom 27. Februar 2013

Eignungsüberprüfungen für Lehramtsstudenten kein erfolgversprechender Weg

„Dass ein amtierender Minister Gerüchte über angebliche Beschwerden gegen seine Beamten weiterverbreitet, ist nicht in Ordnung”, kommentierte Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, die jüngsten Äußerungen des saarländischen Bildungsministers über die Referendare. „Die Lehramtsanwärter wurden allesamt vom Minister selbst als Beamte auf Probe eingestellt. Sie haben ein Recht darauf, fair und respektvoll behandelt zu werden”, so Marcus Hahn weiter.
Dem Vorhaben, mit Hilfe von Praktika zu Beginn des Studiums die Eignung für den Lehrerberuf feststellen zu wollen, bescheinigt der Saarländische Philologenverband nur sehr geringe Erfolgsaussichten. Viel wichtiger ist es, gute Rahmenbedingungen für eine vollwertige fachliche und pädagogische Ausbildung zu schaffen, anstatt Studium und Referendariat mit immer neuen Anforderungen vollzustopfen.
„Die jüngsten Pläne des Ministers zeigen die ganze Widersinnigkeit der Bildungspolitik: Da schafft man die Grundschul-Empfehlung aufgrund ihres angeblich zu geringen Prognosewertes ab, will aber bei 18-jährigen Schulabgängern überprüfen, ob sie womöglich noch dreißig Jahre später für den Lehrerberuf geeignet sind”, kommentierte Marcus Hahn die Pläne der Regierung.
Die Zustimmung des Saarländischen Philologenverbands findet dagegen das Vorhaben des Bildungsministers, für Qualitätsverbesserungen im Unterricht zu sorgen. Dafür seien aber zusätzliche Praktika zu Studienbeginn kein sinnvoller Beitrag. Viel wichtiger sei es, die lange versprochene Absenkung der Pflichtstundenzahl für Lehrkräfte endlich vorzunehmen und die Unmenge der - oft rein bürokratischen - Zusatzbelastungen der Lehrkräfte zu reduzieren. Das Wichtigste aber ist, durch eine vorausschauende Personalpolitik dafür zu sorgen, dass tatsächlich nur fachlich und pädagogisch voll ausgebildete Lehrkräfte an den Schulen zum Einsatz kommen, anstatt wie bisher Pflichtunterricht in großem Umfang durch Aushilfslehrkräfte ohne abgeschlossene Ausbildung erteilen zu lassen.
„Der Ball liegt in der Hälfte des Ministers. Anstatt sich auf Kosten der Schwächsten, nämlich der Referendare, mit halbgaren Vorschlägen in der Öffentlichkeit zu profilieren, sollten besser die längst überfälligen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Unterrichtsqualität an den Schulen ergriffen werden”, so Marcus Hahn abschließend.