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Pressemitteilung vom 29. April 2016

Saarländischer Philologenverband fordert Ausweitung des Bildungsmonitorings
Jedes Jahr aufs Neue legen die saarländischen Gymnasiasten in der Abiturprüfung einen beeindruckenden Nachweis ihres Wissens und ihres Könnens ab. Allerdings bleibt weitgehend unklar, was ein Abiturzeugnis in der Zeit nach der Schule tatsächlich wert ist. „Über die reinen Abiturnoten hinaus wissen wir praktisch nichts über die Vergleichbarkeit des Abiturs in den Bundesländern. Das ist ebenso unbefriedigend wie ungerecht“, bemängelt Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Das Schulsystem der Länder wird seit den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz zum „Bildungsmonitoring“ im Jahr 2006 in jedem Bundesland vermessen und analysiert. Praktisch alle Studien bleiben aber auf der Ebene des Abiturs einfach stehen. Es fehlen daher alle Informationen darüber, wie sich der Lernerfolg der Schüler im anschließenden Studium oder in einer Berufsausbildung niederschlägt. Nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands sollte dringend damit begonnen werden, den weiteren Werdegang der Schüler systematisch zu untersuchen. Ein erster Schritt dazu könnte eine Auswertung der Studienerfolge der Absolventen sein, die den schulischen Werdegang berücksichtigt. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, die Auswirkungen von schul- und bildungspolitischen Entscheidungen zu verfolgen. Schon seit Langem werden die Schulen mit Reformideen und Modernisierungskonzepten überschüttet, die allesamt behaupten, eine Qualitätsverbesserung zu bewirken. Den Nachweis dieser Wirkung bleiben sie aber durchweg schuldig. Anstelle blumiger Versprechungen und luftiger Behauptungen sollte besser eine solide empirische Basis für die Einschätzung der tatsächlichen Auswirkungen von Reformprojekten geschaffen werden.
„Wir dürfen uns nicht länger damit abfinden, dass wir über die Vergleichbarkeit des Abiturs und über den tatsächlichen Erfolg von schul- und bildungspolitischen Reformen im Dunkeln tappen. Es stünde dem Saarland gut an, in der Kultusministerkonferenz einen Vorstoß zur Ausweitung des Bildungsmonitorings über die Schulzeit hinaus zu unternehmen. Denkbar wäre auch eine Pilotstudie an der Universität des Saarlandes“, resümierte Marcus Hahn die Position des Saarländischen Philologenverbands.