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Pressemitteilung vom 29. Mai 2015

Der Saarländische Philologenverband spricht sich für ein Förderkonzept aus, bei dem die Bedürfnisse der Schüler erkennbar an erster Stelle stehen. „Eine sinnvolle Förderung an Gymnasien“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Philologenverbandes, „muss an den Stärken der Schüler ansetzen – und nicht bei vermeintlichen Defiziten von Lehrern“.
Die Herausforderung des gymnasialen Bildungsgangs besteht darin, die individuellen Begabungen und Interessen der Schüler als wertvolle Potenziale zu begreifen, die es für das schulische Lernen nutzbar zu machen gilt. Genau das leisten die Lehrkräfte an den saarländischen Gymnasien jetzt bereits durch eine Vielzahl von Fördermaßnahmen wie z.B. die Teilnahme an Wettbewerben, das Angebot von Arbeitsgemeinschaften oder durch die Einbindung von Schülerlabors und anderen außerschulischer Lernorten.
Hilfreich wäre aus Sicht des Philologenverbands ein praktischer Beitrag des Bildungsministeriums zur Verstetigung und Vernetzung dieser Förderansätze innerhalb der Schulen und der individuellen Bildungsbiographien der Schüler gewesen.
„Selbstverständlich würden solche Maßnahmen zusätzliche Kosten verursachen. Aber wenn Fördern am Gymnasium ernst gemeint sein soll, müssen die dafür eingesetzten Lehrerstunden auch tatsächlich den Schülern zugute kommen. Die notwendige Entlastung der Lehrkräfte für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien oder zur Erarbeitung von Konzepten muss zusätzlich gewährt werden“, so Marcus Hahn weiter.
Eine klare Absage erteilt der Philologenverband der sich ausbreitenden methodischen Monokultur an Schulen. Die Vielfalt von Unterrichtskonzepten zusammen mit der guten fachlichen Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen bilden die wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg individueller Förderung. Zu dieser Vielfalt gehören sicherlich auch Formen selbstorganisierten Lernens, sogenanntes SOL, allerdings muss die Auswahl der geeigneten Unterrichtsmethode stets in der Verantwortung der unterrichtenden Lehrkraft bleiben. Die Hoffnung, durch flächendeckenden Einsatz von SOL alle Probleme lösen zu können, hat sich als Illusion erwiesen.
„Gerade potenzialorientierte Förderung kann nur gelingen, wenn Schulen und Lehrkräfte sich mehr zutrauen als nur die unterrichtliche „Lernbegleitung" ihrer Schüler. Schüler und ihre Eltern haben ein Recht darauf, dass die Lehrkräfte ihre aktive Rolle bei der Erziehung und der Vermittlung von Fachwissen ernst nehmen“, resümiert Marcus Hahn die Position seines Verbandes.