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Pressemitteilung vom 27. April 2015

Der Saarländische Philologenverband begrüßt die von der IHK des Saarlandes angestoßene Debatte über den Sinn der "Abitur für alle"-Politik.

"Wenn die IHK des Saarlandes den Akademisierungswahnsinn beklagt, spricht sie vielen Lehrkräften an Gymnasien aus dem Herzen", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands. Der Philologenverband fordert seit jeher differenzierte schulische Angebote, die durch ihre überzeugende Qualität die Attraktivität beruflicher Bildungswege herausarbeiten.
Allerdings ist die gegenwärtige Misere der Bachelor-Abschlüsse hausgemacht. Bei der Bologna-Reform wurde - nicht zuletzt auf Druck der Wirtschaft - mit dem Bachelor ein Abschluss eingeführt, der speziell bei der Berufsvorbereitung nur teilweise den Erwartungen entspricht. "Den zumindest in manchen Fächern eklatanten Problemen des Bachelor-Abschlusses wird man mit Studien- oder Berufsberatung an den Schulen alleine sicher nicht Herr werden", so Marcus Hahn weiter. Dies gilt insbesondere für die Gymnasiasten, die nach ihrem Abitur überdurchschnittlich hohen Studienerfolg und überdurchschnittlich geringe Studienabbrecherquoten erzielen.
Statt dessen tut eine Diskussion über notwendige Verbesserungen in manchen Bachelor-Studiengängen Not. Auch die Universitäten müssen sich nach Auffassung des Philologenverbands darüber klar werden, dass Bildung mehr bedeutet als nur Kompetenzentwicklung. Zu beklagen ist aus Sicht des Philologenverbands vor allem die in vielen Studiengängen zu hohe Zahl der Prüfungen und Klausuren, wodurch viele Lehrveranstaltungen zu reinen Prüfungsvorbereitungen verkommen.
Als besonders gravierend sieht der Philologenverband auch die zu hohe Zahl der Studienabbrecher an, die ihr Studium häufig aus fachlichen Gründen nicht bewältigen. An diesem Punkt kann sicherlich eine verbesserte Studienberatung Hilfe bringen. Vor allem aber sollte die hohe Zahl der Studienabbrecher eine Mahnung für alle diejenigen sein, die zugunsten höherer Abiturientenquoten weiteren Niveauabsenkungen im Bereich des Abiturs das Wort reden.