Der Saarländische Philologenverband sorgt dafür, dass Sie auf dem Laufenden bleiben.
Informieren Sie sich über aktuelle Themen in der saarländischen Bildungslandschaft und über die Positionen unseres Verbandes.

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Kommentar Gymnasium Saar 04/2013, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

noch kurz vor den Sommerferien konnten wir im SPhV einen schönen Erfolg erzielen: Auf unseren Antrag hin hat der dbb bei der Landesregierung durchgesetzt, dass auch im Bildungsbereich eine eigene Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Schuldenbremse eingerichtet wird. In dieser Arbeitsgruppe werden die Hauptpersonalräte auf Augenhöhe mit dem Bildungsministerium über die kommenden Sparmaßnahmen beraten können.
Womöglich zeichnet sich damit ja sogar tatsächlich ein neuer Stil im Umgang mit den Bediensteten ab; zuletzt – am 14. August – hörten wir bei der Übergabe der Ernennungsurkunden für die neu eingestellten Lehrkräfte eine sehr positive Würdigung unserer Arbeit durch den Minister persönlich. Und auch die Ministerpräsidentin wird ja nicht müde, die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Gewerkschaften zu loben. Wollen wir hoffen, dass dieses Lob der Mächtigen ihren Einstellungen entspricht und valide ist.
Was die Personalisierung angeht, zeichnen sich jedenfalls jetzt schon neue Schwierigkeiten ab. Immer häufiger können nun auch im Saarland selbst hochqualifizierte Bewerber um Referendariats- oder Planstellen nicht berücksichtigt werden. Zugleich werden die Einstellungszahlen wohl auf absehbare Zeit auch nicht mehr viel größer, erst recht dann, wenn die Pensionierungszahlen zurückgehen werden. Unter diesen Umständen muss es ein vordringliches Ziel der Bildungs- und Personalpolitik sein, die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern, damit wir weiterhin qualifizierten Nachwuchs für unsere Schulen erhalten können.
Ein kritischer Punkt ist dabei auch, dass das Sinken der „objektiven” Auslastung der Schulen in krassem Gegensatz zur tatsächlichen Steigerung der Belastung der Lehrkräfte steht. Das Absinken der Schülerzahlen, von dem an unseren Schulen bislang ohnehin nur recht wenig zu spüren ist, kontrastiert mit den ständig wachsenden Anforderungen an uns Lehrkräfte. Die Verantwortung dafür, die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte spürbar zu verbessern, liegt beim Dienstherrn. Aber natürlich hat der Minister völlig Recht, wenn er betont, dass die Verbände und Personalräte in dieser Hinsicht eine sehr wichtige Arbeit leisten.
Deshalb bieten wir auch im Herbst eine weitere Personalräteschulung speziell für Personalräte der Gymnasien an, die sowohl als Informationsveranstaltung, aber auch als Plattform zum Erfahrungsaustausch zwischen den Personalratsmitgliedern gedacht ist. Liebe Personalräte, besuchen Sie diese Schulung, denn eine kompetente Personalrats- und Verbandsarbeit ist eine wichtige Voraussetzung für das gute und erfolgreiche neue Schuljahr, das ich Ihnen allen wünsche.

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

 

Kommentar Gymnasium Saar 03/2014, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sommerzeit ist Erntezeit. In diesen Wochen fahren wir in den Gymnasien die Früchte unserer Arbeit des Schuljahres ein – erfolgreiche Abiturienten, gute Klassenarbeiten und Zeugnisse, zufriedene Schüler und Eltern. Und auch wenn unsere Saat vielleicht nicht überall besonders reiche Früchte trägt, können wir doch von uns sagen, dass wir unseren Acker im letzten Jahr wieder gut bestellt haben.

In der Bildungspolitik fällt die Ernte dieses Jahr bedauerlicherweise weniger gut aus. Da wurden Pflanzen gesät, deren Früchte keiner haben will; an anderen Stellen wurde geerntet, obwohl die Früchte noch nicht reif sind; manche Flächen wurden bearbeitet, obwohl von vornherein klar war, dass sie viel zu groß sind, als dass man sie würde gründlich genug pflegen können.

Das ist umso schlimmer, als der Dünger, nämlich das Geld, immer knapper wird. Mancher redet sich (und anderen) noch ein, dass das kein Problem sei, weil ja das Saatgut, nämlich die Schüler, immer weniger würden. Das ist Milchmädchenrechnung, über die es im Laufe des Sommers ernste Gespräche zwischen den Arbeitsgruppen Aufgabenkritik und Sparpotenzial und den Gutsbesitzern geben muss.

Wir im Philologenverband stellen uns den Aufgaben, die auf uns zukommen. Deshalb organisieren wir am Dienstag, dem 14. Oktober dieses Jahres, in Saarbrücken einen Gymnasialtag unter dem Motto „Das Gymnasium im Saarland – Erfolge und Herausforderungen“. Wir wollen in dieser Veranstaltung herausarbeiten, worin die Stärken unserer Arbeit liegen und wir wollen uns über Konzepte unterhalten, wie wir unsere Arbeit in einer sich wandelnden Bildungslandschaft noch besser machen können. Im Zentrum steht dabei unser wichtigstes Gut, nämlich unsere Schüler mit ihren vielfältigen Begabungen. Wie können wir diese Begabungen optimal fördern, was müssen wir von uns selbst verlangen, welche Rahmenbedingungen haben wir von Dritten einzufordern? – das sind die wesentlichen Fragen, die wir im kollegialen Austausch mit fachkundigen Referenten bearbeiten wollen.

Ich kann Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, nur empfehlen: Nutzen Sie die Chance und melden Sie sich zu dieser (übrigens anerkannten) Fortbildungsveranstaltung an! Ich bin mir sicher, dass wir damit einiges dazu beitragen, dass unsere Ernten in den kommenden Jahren gut ausfallen.  

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

 

Kommentar Gymnasium Saar 01/2014, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Frage nach den Strukturen im Bildungsbereich ist längst noch nicht beantwortet; sie ist heute vielleicht sogar aktueller als je zuvor. Allerdings hat sich die Themenstellung verändert. Heute diskutieren wir nicht mehr vordergründig über Schulformen, vielmehr drängt sich mit der Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Landesverwaltung die Finanzierung der Aufgaben, die die Schulen in Zukunft erfüllen sollen, in den Vordergrund. Mit der Diskussion über die Inklusion stehen ebenfalls strukturbildende Prozesse auf der Tagesordnung. Was kann die inklusive Schule leisten, was darf von ihr erwartet werden, inwiefern taugt das Konzept zu einer tatsächlichen Verbesserung der Qualität des schulischen Angebots? Und auch in Bezug auf unseren Berufsstand und unsere Arbeit verändert sich viel: Von einer „Hattie-Welle”, die auf die Bundesländer zukommt, ist die Rede. Nicht mehr ideologische Schaukämpfe, sondern eine wissensbasierte, auf breiter empirischer Basis abgestützte Neubestimmung der Aufgaben der Lehrkräfte deutet sich damit an.
Wie sollen wir im Philologenverband mit diesen Themenbereichen umgehen? Sollen wir uns wegducken, alte Positionen verteidigen, Veränderungen möglichst lange blockieren und darauf hoffen, dass schon alles nicht so schlimm kommen wird? An der Rhetorik der Fragen erkennen Sie schon: Das ist meines Erachtens der falsche Weg. Richtig ist vielmehr, dass wir die strukturellen Veränderungen als Chance betrachten, um unsere Kompetenz und unsere Erfahrung einzubringen. Daher haben wir im Verband die Themen in Angriff genommen. Wir arbeiten präzise, kritisch und kompetent bei der Aufgabenkritik im Lehrerbereich mit. Wir sind es, die gemeinsam mit den anderen Lehrerverbänden die Aufgaben der Lehrkräfte im Saarland auf den Prüfstand stellen; wir sind es, die die Frage nach der Effizienz der Arbeit aufwerfen; wir sind es, die Möglichkeiten zeigen, wo Überflüssiges gestrichen werden kann und wo Notwendiges dringend einer besseren Finanzierung bedarf. Dabei steht für uns immer die Qualität unserer pädagogischen Arbeit auf einer Ebene mit der Qualität der Arbeitsbedingungen. Wir stellen uns auch der Diskussion über die Inklusion – ein wirklich schwieriges Thema. Wir argumentieren sachbezogen und realistisch und leisten damit einen Beitrag dazu, unnötige Ängste und rein emotionale Abwehrreaktionen zu vermindern. Dabei steht für uns immer das Ziel im Mittelpunkt, die besten Wege zu den besten Bildungschancen für alle Schüler zu eröffnen.
Wir haben uns auch im Hinblick auf die Frage nach der Rolle des Lehrers in der Schule klar positioniert. Wir treten für ein Berufsverständnis ein, das die Rolle des Lehrers sehr viel ernster nimmt als es manch andere tun. Know thy impact! lautete die Aufforderung von John Hattie, und wir fühlen uns damit herausgefordert, basierend auf unserer fachlichen und pädagogischen Kompetenz die tatsächliche Wirkung unserer Arbeit im Unterricht sicherzustellen. Damit steht für uns guter Unterricht immer im Zentrum unserer Arbeit in der Schule. Werden wir in diesen Diskussionen mit unseren Argumenten nur auf Zustimmung stoßen? Sicher nicht. Werden wir Rückschläge und Misserfolge verkraften müssen? Womöglich. Sollte uns das von unserem Weg abbringen? Ganz bestimmt nicht. Warum? Weil wir wissen, dass wir auf diesem arbeitsreichen Weg die Aufgabe unseres Verbandes am besten erfüllen können: den Interessen der Lehrkräfte, unserer Schüler und unserer Schulform wirksam Gehör zu verschaffen.

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 05/2013, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das liebe Geld macht uns Kummer: Es ist einfach nicht richtig, wenn ohne weitere Begründung 91 A 14-Stellen an Gymnasien aus dem Landeshaushalt gestrichen werden – und das sagen wir auch. Wir haben dafür gekämpft, dass vor allen Personalmaßnahmen erst einmal mit den Hauptpersonalräten über die Aufgaben gesprochen werden muss, denn es kann nicht sein, dass auf der einen Seite immer mehr Aufgaben definiert werden, auf der anderen Seite aber die Personalausstattung geschwächt wird. Zumindest diesbezüglich konnten wir einen Erfolg verzeichnen, denn nach langem, zähem Ringen hat der Minister sich nun durchgerungen, die im Sommer versprochenen Arbeitsgruppen „Aufgabenkritik“ auch im Lehrerbereich einzuberufen. „Papier ist geduldig“, sagt der Volksmund, und auch wir sagen: Wichtiger als Stellen auf dem Papier ist die tatsächliche Besetzung. Deshalb steht für uns die Forderung nach der unverzüglichen Besetzung der vorhandenen freien Funktionsstellen an erster Stelle. Noch viel wichtiger ist selbstverständlich die Entlastung der Lehrkräfte, insbesondere was die Pflichtstundenzahl angeht. In dieser Hinsicht bewegt sich im Ministerium entgegen allen anderslautenden Versprechungen von „Qualitätsverbesserungen“ leider fast gar nichts.
Ganz im Gegenteil: In einer Rede vor dem Städte- und Gemeindetag (!) hat der Bildungsminister unlängst seine Schwerpunkte betreffend Qualitätsverbesserung formuliert, und dabei viel gesagt über Inklusion, über Ganztagsschulen und manche anderen Punkte – nur eben nichts über die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte. Ganz offensichtlich müssen wir noch viel mehr als jetzt deutlich machen, dass man als Bildungsminister eine große Verantwortung trägt für die vielen Lehrerinnen und Lehrer, die an ihren Schulen sehr gute Arbeit leisten.
Wenn schon nicht beim Bildungsminister – in der Wissenschaft findet unsere gute Arbeit seit geraumer Zeit viel Anerkennung. Unsere Veranstaltung zur Hattie-Studie, erstmals in den Räumen der neuen Geschäftsstelle organisiert, fand nicht nur viel Anklang bei den Kollegen, sondern führte auch sehr deutlich vor Augen, wie viele wirksame Ansätze zur Förderung unserer Schüler an Gymnasien heute schon realisiert werden. Ein Bericht dazu folgt in der nächsten Ausgabe von Gymnasium Saar. Dass gute Arbeit sich langfristig lohnt, haben wir auch in Berlin erfahren, wo unser langjähriger Vorsitzender Horst-Günther Klitzing in seinem Amt als einziger Stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbands wiedergewählt wurde. Auch das ist ein gutes Signal für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit unseres Verbandes im neuen Jahr. Ihnen und uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, wünsche ich an dieser Stelle nun aber erst einmal eine ruhige und besinnliche Weihnachtspause, damit wir mit frischer Kraft und Zuversicht in ein hoffentlich gutes Jahr 2014 gehen können..

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

 

Kommentar Gymnasium Saar 03/2013, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Auf den Lehrer kommt es an“ – die Überschrift der Berichterstattung über die Hattie-Studie haben wir doch alle gerne gelesen. Und eben dieses sagen wir im Philologenverband ja schon lange! Es ist unsere fachliche und pädagogische Arbeit, unser täglicher Einsatz für unsere Schüler und unsere Schulen, unser Durchhaltevermögen angesichts der vielen Widrigkeiten des Schulalltags und der Bürokratie und nicht zuletzt unsere ansteckende Begeisterung für das Wissen und Können, das die Grundlage für den Erfolg des Gymnasiums im Saarland legt. Eindrucksvoll hat das Vertrauen der Eltern diesen Erfolg bestätigt, hart erkämpfen wir diesen Erfolg speziell in diesen Wochen, die mit Abiturprüfungen, Klassenarbeiten, Konferenzen, Wandertagen und vielem anderen vollgestopft sind.
Man kann die Bedeutung dieser Arbeit kaum überschätzen – und trotzdem sagen wir: Es kommt eben nicht nur auf den Lehrer an. Beispielsweise kommt es auch auf die Ausbildung der Lehrkräfte an. In dieser Ausgabe von Gymnasium Saar erfahren Sie einiges über die Versuche, genau an diesem Punkt die Axt an unserer Schulform anzulegen und mit einer „Vereinheitlichung”, die doch nichts anderes bedeutet als Niveausenkung, die ewiggestrigen Träume der Einheitsschule doch irgendwie durchzusetzen.
Genauso kommt es auch auf die Arbeitsbedingungen an – und dazu zählt eben auch die Besoldungsfrage. Wir im Philologenverband haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass die gute Arbeit der Lehrkräfte auch ordentlich bezahlt werden muss. Und nein, wir werden nicht alles, aber viel und vor allem Wirksames dafür tun, dass die Abkoppelung der Lehrkräfte an Gymnasien von der allgemeinen Gehaltsentwicklung ein Ende hat.
Und schließlich sei noch ergänzt, dass es nicht nur auf den Lehrer und seine Arbeit im Unterricht ankommt, sondern auch darauf, dass die Lehrkräfte an Gymnasien wirkungsvoll ihre Mitbestimmungsrechte wahrnehmen. Die These sei gewagt, dass vieles einfacher, besser und schneller funktionieren würde, wenn die Politik nur endlich ihre Wahlversprechen umsetzen und die Mitbestimmung der Personalräte stärken würde. In diesem Bereich kann ein Erfolg vermeldet werden: Das große Vertrauen, das die Kolleginnen und Kollegen den Kandidaten des SPhV bei den Personalratswahlen entgegengebracht haben, hat unsere Position eindeutig gestärkt. Unsere vielen kompetenten Personalräte in den Schulen und auch unser um einen zusätzlichen Sitz verstärktes Team im Hauptpersonalrat können unsere Interessen nach den Wahlen noch wirkungsvoller vertreten.
Mit diesem Erfolg im Rücken können wir dem Ende des Schuljahrs und den Aufgaben der nächsten Wochen gestärkt entgegensehen. Daher wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim „Endspurt” und einen guten Start in die wohlverdienten Ferien.

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender