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Kommentar Gymnasium Saar 01/2013 Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei! Woche für Woche haben wir uns angehört, wie unglaublich wichtig unsere schulische Arbeit für die Schüler, für die Familien, für die Wirtschaft, für das soziale Miteinander – kurz und gut: für die ganze Zukunft unseres Landes – in Wirklichkeit doch sei. „OK”, haben wir bei uns gedacht, „lassen wir euch reden, auch wenn wir wissen, dass ihr damit nicht selten auch von eurer eigenen Verantwortung ablenken wollt, oder dass ihr auf unsere Kosten Versprechungen in die Welt setzt, für die ihr dann in Form von Wählerstimmen belohnt werden wollt”. Zähneknirschend haben wir auch akzeptiert, dass den schönen Reden in den meisten Fällen nur wenig Greifbares an Taten folgte. Jetzt aber, wo es auf die nächste Tarifrunde zugeht, wollen wir wenigstens einmal Ergebnisse sehen! Wir fordern gemeinsam mit dem dbb eine spürbare Erhöhung unserer Besoldung, und das nicht nur deshalb, weil wir uns mit unserem Engagement und mit der Qualität unserer Arbeit eine angemessene Bezahlung tatsächlich verdient haben. Unsere Forderung ist auch Teil unseres Beitrags für die Zukunft unseres Landes. Man sieht es in den Krisenländern Europas: Starke, auf Dauer überlebensfähige Länder gibt es nur mit einem leistungsstarken Öffentlichen Dienst, und den gibt es eben nicht zum Nulltarif. Gerade wir an Gymnasien, die wir beim Wettbewerb um die besten Köpfe in direkter Konkurrenz zur Privatwirtschaft stehen, können es uns nicht länger leisten von der allgemeinen Lohnentwicklung abgehängt zu werden.
Zukunftssicherheit ist auch das Thema bei der Neufassung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für die Lehrämter zum 1. Februar dieses Jahres. Damit findet die Neuordnung des saarländischen Schulsystems, die mit der Einführung des sogenannten Zwei-Säulen-Modells begonnen hatte, ihren – vorläufigen – Abschluss. Der alles entscheidende Punkt bei der Reform des Referendariats liegt in dessen Verkürzung auf 18 Monate. Mit diesem Schritt folgt das Saarland einer Reihe von Bundesländern, die ebenfalls einen Teil der früher in der zweiten Ausbildungsphase angesiedelten Ausbildungsteile in die erste Phase, sprich: in das Studium, verlagert haben. Zumindest wird man der saarländischen Politik also nicht vorwerfen können, wieder einmal mit einer schlecht abgestimmten Einzelaktion vorgeprescht zu sein. Trotzdem stellt sich natürlich die Frage: Wird das auf Dauer tragen?
Ein wirklich gutes Gefühl können wir bei unserem Team von Kandidaten haben, das die letzte Delegiertenversammlung in das Rennen um den neu zu wählenden Hauptpersonalrat geschickt hat. Auch darüber können Sie sich, liebe Kolleginnen und Kollegen, in dieser Ausgabe von Gymnasium Saar informieren. Die Delegiertenversammlung hat einen guten Mix aus erfahrenden Personalräten und engagierten jungen Kolleginnen und Kollegen gefunden, die die erfolgreiche Personalratsarbeit des Philologenverbands fortsetzen werden. Zumindest in diesem Punkt kann ich also darauf vertrauen, dass meine besten Wünsche für das Jahr 2013 gewiss in Erfüllung gehen.


Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender