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Kommentar Gymnasium Saar 04/2012 Klaus Lessel, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der bundesweiten Presse (u.a. Saarbrücker Zeitung vom 06.09.2012: „Verkürztes Gymnasium fällt bei Eltern durch“) wurde im September eine Emnid-Umfrage  veröffentlicht, laut der 79 Prozent der Eltern „das Turbo-Abi“ und damit G8 deutlich ablehnen. Beweist das jetzt endlich, dass Befürworter von Gesamt- bzw. Gemeinschaftsschulen mit ihren Vorstellungen von Schule und ihren Ressentiments gegen das Gymnasium Recht haben? Wie so häufig zeigt sich auch hier die Krux mit der Statistik.
Bleiben wir im Saarland, weil wir hier unsere Erfahrungen mit dem Elternwillen bei den Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen gemacht haben. Warum melden so viele Eltern (über 40 Prozent) ihre Kinder am Gymnasium an, wenn statistisch gesehen 79 Prozent das Gymnasium mit seinem 8-jährigen Abitur  ablehnen? Laut dieser Umfrage wünschen sich „drei von vier Eltern, dass Kinder länger als vier Jahre in der Grundschule gemeinsam lernen“. Warum konnte die Einführung des 5. Grundschuljahres im Saarland politisch nicht durchgesetzt werden? Hat da nicht auch der Elternwille eine wesentliche Rolle gespielt? Ich habe den Eindruck, dass es manchen Zeitgenossen nicht gefällt, wenn Ruhe in die Schullandschaft einkehrt.  Also muss wieder einmal eine Untersuchung durchgeführt werden, die  Unruhe stiftet, die das Bestehende in Frage stellt, mit dem Ziel, wieder einmal das Gymnasium in irgendeiner Form schlecht zu reden.
Aber letztlich wissen wir und auch die Eltern, die ihre Kinder am Gymnasium anmelden, dass dort gute Arbeit geleistet wird und das Bild von einer rein selektiven, nicht mehr zeitgemäßen Schule längst nicht mehr stimmt, auch wenn es von bestimmter Seite immer wieder neu gemalt wird.
Seit ich im Vorstand des SPhV bin, also seit fast 30 Jahren, wird der Verband mit dieser Diskussion konfrontiert. Und ich bin sicher, mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin wird sich mit diesem Thema auch weiterhin befassen müssen. Wir werden uns aber nicht unterkriegen lassen, weil wir auf dem richtigen Weg sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wende mich mit dieser Ausgabe zum letzten Mal an Sie. Für den nächsten Vorstand, der im November gewählt wird, werde ich aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Deshalb möchte ich mich bei Ihnen bedanken, für Ihre Treue  zum SPhV, für Ihr Verständnis, wenn nicht alles so gelungen ist, wie Sie sich und auch wir uns das vorgestellt haben. Ich bedanke mich bei meinen Vorstandskolleg(inn)en für die ausgezeichnete kollegiale Zusammenarbeit und bei den Delegierten des Verbandes für ihr großes Engagement und ihre Mühe.
Mir bleibt zum Schluss nur zu wünschen, dass der Verband mit jungen Kräften weiter erstarkt und für unsere Mitglieder auf möglichst vielen Ebenen Erfolge erzielen kann.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft beruflichen Erfolg, persönliche Zufriedenheit und Gesundheit.

Ihr
Klaus Lessel
Vorsitzender